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Der Bitcoin-Kurs zeigt sich weiter vergleichsweise robust und ist erneut über 65.000 Dollar gestiegen. Diesen Anstieg schafft Bitcoin (BTC) trotz der Wiederaufnahme des Iran-Kriegs. Seitdem ist der Ölpreis wieder auf mehr als 85 Dollar je Barrel geklettert. Eigentlich wäre zu erwarten, dass sich der Markt erneut Sorgen über eine neue Inflationswelle und den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank macht.
Bislang ist davon jedoch wenig zu sehen. Bitcoin präsentiert sich vergleichsweise stark.

Obwohl der Krieg im Iran eine wichtige Rolle für das makroökonomische Umfeld spielt, richten Anleger ihren Blick derzeit stärker auf die Berichtssaison an den Börsen.
In der KI-Hausse verschieben sich die Erwartungen. Für Anleger reicht es nicht mehr aus, wenn Tech-Konzerne und Hyperscaler umfangreiche Investitionen in KI und Infrastruktur in Aussicht stellen.
Nun braucht es mehr Klarheit über die Rendite dieser Investitionen. Anleger wollen erkennen, dass es sich nicht um ein dauerhaft kapitalintensives Projekt ohne absehbaren Ertrag handelt.
Anders gesagt: Die Anforderungen steigen. Das ist auch für Bitcoin relevant, weil Anleger dadurch wieder Kapital in Richtung des digitalen Coins umschichten könnten. Es könnte ein Zeitpunkt sein, an dem andere Anlageklassen wieder stärker in den Vordergrund rücken.
Morgen legen etwa Alphabet, der Mutterkonzern von Google, und Tesla ihre Zahlen vor. Am Donnerstag folgt der US-Chiphersteller Intel.
Die derzeitige Ruhe an den Finanzmärkten bedeutet allerdings nicht, dass die Inflationsgefahr verschwunden ist. Laut BlackRock könnte der Krieg im Nahen Osten die weltweite Inflation um rund 0,8 Prozentpunkte erhöhen. Vor allem Europa und Teile Asiens gelten als anfällig, weil sie stärker von Energieimporten abhängig sind.
Auch für die US-Notenbank bleibt der hohe Ölpreis ein Problem. Der Arbeitsmarkt zeigt nach Einschätzung von OCBC bislang eher Anzeichen einer Stabilisierung als einer deutlichen Abschwächung. Damit hat die Federal Reserve wenig Anlass, einen neuen Energieschock auszublenden. Der Fokus dürfte daher vor allem auf den Aufwärtsrisiken bei der Inflation bleiben.
Das bedeutet, dass sich die restriktive Haltung der Notenbank voraussichtlich erst ändert, wenn der Druck an den Energiemärkten nachlässt. Solange der Ölpreis über 85 Dollar je Barrel bleibt und die Spannungen rund um die Straße von Hormus anhalten, besteht das Risiko, dass die Inflation erneut anzieht und Zinssenkungen weiter in die Ferne rücken.
Für Bitcoin macht das die aktuelle Kursentwicklung umso bemerkenswerter. Der digitale Coin steigt trotz höherer Ölpreise, anhaltender geopolitischer Spannungen und einer Notenbank, die vorerst kaum Spielraum für eine lockerere Geldpolitik hat. Gleichzeitig bleibt das Risiko bestehen, dass ein weiterer Anstieg des Ölpreises doch noch zu höheren Zinsen und neuem Verkaufsdruck bei risikoreichen Anlagen führt.
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