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Der Bitcoin-Kurs hat seine stärkste dreitägige Rally seit 2023 verzeichnet. Nach Einschätzung mehrerer bekannter Investoren ist das kein Zufall. Sie sehen den Anstieg als Hinweis darauf, dass Kapital aus der überhitzten KI-Wette abfließt und wieder in Richtung Bitcoin (BTC) umgeschichtet wird.
In den vergangenen Monaten richtete sich die Aufmerksamkeit fast ausschließlich auf KI-Aktien, Chips, Rechenzentren und Energieinfrastruktur. Bitcoin blieb dadurch vergleichsweise zurück. Doch da die Zweifel an den Bewertungen im KI-Sektor und an den Renditen der hohen Investitionen zunehmen, sucht der Markt offenbar wieder nach Alternativen.
Bill Miller IV von Miller Value Partners und der Makroinvestor Jordi Visser argumentieren, dass Bitcoin vom nachlassenden Vertrauen in die KI-Wette profitiert.
Ihr Kernargument ist einfach: KI bleibt ein starkes Thema, doch Anleger schauen zunehmend kritischer auf die enormen Investitionen. Techkonzerne stecken Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips und Cloud-Kapazitäten. Immer häufiger stellt sich die Frage, ob diese Ausgaben schnell genug Erträge liefern.
Schwindet dieses Vertrauen, kann Kapital aus KI-Aktien abfließen. Bitcoin wird dann als Alternative attraktiver: ein liquider Anlagewert mit einer klaren Erzählung rund um Knappheit, Geldentwertung und Schutz vor steigenden Staatsschulden.
Nach Ansicht von Miller kommt ein weiterer Faktor hinzu. Regierungen und Zentralbanken greifen immer häufiger ein, um Märkte zu stabilisieren. Japan und die USA intervenierten bereits, um den Yen zu stützen. Anschließend kündigte das US-Finanzministerium an, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen zu verdoppeln.
Das drückte die langfristigen Renditen vorübergehend und verschaffte Risikoanlagen Spielraum. Für Bitcoin-Anleger haben solche Eingriffe jedoch noch eine andere Bedeutung. Sie nähren die Erwartung, dass Staaten am Ende auf finanzielle Repression, niedrigere Realzinsen und mehr Marktstützung setzen.
Genau in einem solchen Umfeld gewinnen Bitcoin und Gold an Attraktivität.
Miller betrachtet Bitcoin daher aus zwei Perspektiven. Kurzfristig könnte Bitcoin von einer Rotation aus KI-Werten profitieren. Wenn Anleger Gewinne aus überfüllten Tech-Positionen mitnehmen, könnte ein Teil dieses Kapitals in den Kryptomarkt fließen.
Langfristig sieht er Bitcoin als Absicherung gegen Staatsschulden und Geldentwertung. Er verweist darauf, dass das US-Haushaltsdefizit von 1,8 Billionen Dollar größer ist als die gesamte Marktkapitalisierung von Bitcoin.
Der Staat schafft immer mehr Schulden, während Bitcoin auf eine feste Maximalmenge von 21 Millionen Einheiten begrenzt ist.
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