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Jensen Huang sagt, KI habe menschliches Niveau erreicht. Der Nvidia-Chef erklärte am Sonntag, OpenAIs GPT-6 Astra habe aus seiner Sicht Artificial General Intelligence erreicht – also KI, die intellektuelle Arbeit auf menschlichem Niveau leisten kann.

Das ist eine weitreichende Behauptung. Zugleich hat sie einen klaren kommerziellen Unterton. Nvidia verkauft die Chips, auf denen diese KI-Modelle laufen. Je stärker die AGI-Erzählung verfängt, desto leichter lassen sich Milliardeninvestitionen in Rechenzentren, Grafikprozessoren und KI-Infrastruktur rechtfertigen.

Was bedeutet AGI eigentlich?

Genau darin liegt das Problem. Einen allgemein anerkannten Test für AGI gibt es nicht. Für die einen ist es ein Modell, das viele Aufgaben besser erledigt als Menschen. Für andere muss KI zunächst nahezu die gesamte intellektuelle Arbeit von Fachleuten zuverlässig übernehmen können.

Huang klang in der vergangenen Woche noch vorsichtiger. Bei einem G20-Treffen sagte er, die Welt sei „praktisch“ bei AGI angekommen, fügte aber hinzu, der Begriff bedeute entweder sehr viel – oder gar nichts.

Ein paar Tage später war von dieser Zurückhaltung nichts mehr zu hören. Da erklärte er plötzlich, AGI sei bereits da.

Die finanzielle Definition verliert ihre Schärfe

Auffällig ist, dass ausgerechnet die Finanzwelt die Definition von AGI weniger eindeutig macht. Die Vereinbarung zwischen OpenAI und Microsoft enthielt Berichten zufolge zunächst eine feste Kopplung an Systeme, die rund 100 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaften könnten. Später kam sogar ein unabhängiges Expertengremium hinzu, das eine AGI-Behauptung prüfen sollte.

Im April schrieben die Unternehmen ihre Vereinbarung jedoch um. OpenAI leistet nun bis 2030 weiter Zahlungen an Microsoft, unabhängig vom technologischen Fortschritt. Damit entfiel die Notwendigkeit, AGI vertraglich eindeutig festzulegen.

Nicht alle sind überzeugt

Einige prominente Stimmen stützen diese Darstellung. Sequoia schrieb bereits Anfang des Jahres, 2026 sei das Jahr der AGI. Auch der Physiker Mark Gubrud, der den Begriff schon 1997 verwendete, sagt, AGI sei angekommen.

Andere legen die Messlatte höher. Anthropic-Chef Dario Amodei sprach früher von einer Art „Land voller Genies in einem Rechenzentrum“. Seiner Ansicht nach wäre sofort erkennbar, wenn dieses Niveau erreicht wäre. Damals sei dieser Punkt aus seiner Sicht eindeutig noch nicht erreicht gewesen.

Auch der KI-Kritiker Gary Marcus bleibt skeptisch. Er rechnet zwar damit, dass AGI eines Tages kommt, hält aber jede frühere Erklärung für verfrüht.

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