Newsbit
Im Store ansehen
Ansehen

Europa hat im Bemühen, unabhängiger von US-Raumfahrtunternehmen wie SpaceX zu werden, einen wichtigen Schritt gemacht. Das deutsche Unternehmen Isar Aerospace hat mit seiner Spectrum-Rakete erstmals erfolgreich eine Erdumlaufbahn erreicht. Der Erfolg gibt der europäischen kommerziellen Raumfahrt neuen Rückenwind, auch wenn der Abstand zu Elon Musks Unternehmen weiterhin groß ist.

Der erfolgreiche Flug gelang beim zweiten Test der Spectrum-Rakete. Isar Aerospace will nun rasch skalieren. Nach Angaben des Unternehmens ist die Nachfrage nach zusätzlicher Kapazität für Raketenstarts deutlich größer als das derzeitige Angebot.

Isar Aerospace erreicht erstmals den Weltraum

Die Spectrum-Rakete wurde von Nordnorwegen aus gestartet und brachte ihre Nutzlast erfolgreich in eine niedrige Erdumlaufbahn. Damit erzielte Isar Aerospace nach einem gescheiterten ersten Testflug im Jahr 2025 einen wichtigen Durchbruch. Damals war die Rakete bereits nach rund 30 Sekunden ins Meer gestürzt.

Play

Philippe Schoonejans, Vorsitzender der Niederländischen Raumfahrtvereinigung, spricht von einem historischen Ereignis. Seinen Angaben zufolge ist es das erste Mal, dass von Westeuropa aus eine Rakete erfolgreich in eine Erdumlaufbahn gestartet wurde.

Der Startort in Nordnorwegen ist strategisch wichtig. Von dort lassen sich Satelliten vergleichsweise einfach in Umlaufbahnen bringen, die über Nord- und Südpol führen. Während der Satellit die Erde umkreist, dreht sich die Erde darunter weiter. Solche Bahnen eignen sich daher unter anderem für Wettersatelliten, Erdbeobachtung und Klimaforschung.

Für Europa ist vor allem die kommerzielle Dimension relevant. Europäische Raketen starten traditionell von Französisch-Guayana in Südamerika. Isar Aerospace arbeitet daran, direkt in Europa eine kommerzielle Infrastruktur für Raketenstarts aufzubauen.

Europäischer SpaceX-Rivale muss rasch skalieren

An die Größe von SpaceX reicht Isar Aerospace bislang nicht heran. Dennoch gilt das deutsche Unternehmen in Europa als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den Aufbau einer eigenen kommerziellen Raumfahrtindustrie.

Nach Einschätzung von Vertriebschefin Stella Guillen fehlt es der Branche erheblich an Startkapazitäten. Isar Aerospace verfügt nach eigenen Angaben über eine Pipeline im Volumen von mehr als 10 Milliarden Euro. Welcher Teil davon bereits auf verbindliche Verträge entfällt, teilte das Unternehmen nicht mit.

Die Nachfrage sei sehr hoch, sagte Guillen. Es entstünden immer mehr neue Satellitennetze und andere Raumfahrtprojekte, deren Finanzierung bereits gesichert sei.

Die nächste Herausforderung besteht daher nicht nur darin, eine funktionierende Rakete zu bauen. Entscheidend wird vor allem sein, Produktion und Starts in den industriellen Maßstab zu bringen. Guillen zufolge geht es darum, nicht nur eine einzelne Rakete starten zu können, sondern Hunderte.

Dafür braucht es auch mehr europäische Startinfrastruktur. Isar Aerospace nahm im Juni 270 Millionen Euro auf, um die Produktion auszuweiten und ein größeres internationales Netzwerk von Startplätzen aufzubauen. Zu den Investoren zählen unter anderem Porsche, Lakestar, HV Capital und der NATO-Innovationsfonds.

Kann Deutschland wirklich mit Elon Musks SpaceX konkurrieren?

Vorerst bleibt Isar Aerospace neben SpaceX ein kleiner Anbieter. Das deutsche Unternehmen beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und wurde 2018 gegründet. SpaceX startet in deutlich größerem Umfang, verfügt über wiederverwendbare Raketen und betreibt mit Starlink zudem ein eigenes Satellitennetz.

Dennoch sieht Schoonejans einen Markt, in dem das deutsche Unternehmen eine Rolle spielen kann. Vor allem bei kleineren Satelliten kann eine vergleichsweise kleine Rakete attraktiv sein. Eine SpaceX-Rakete könne für leichte Satelliten bis etwa 1.000 Kilogramm schlicht zu groß und zu teuer sein.

Auch politisch findet der Durchbruch große Beachtung. Bundeskanzler Friedrich Merz spricht vom Beginn eines neuen Zeitalters. EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt Andrius Kubilius erklärte, Europas unabhängiger Zugang zum Weltraum habe durch den erfolgreichen Start einen kräftigen Impuls erhalten.

Isar Aerospace steht nun vor dem schwierigsten nächsten Schritt. Das Unternehmen muss zeigen, dass der gelungene Test kein Einzelerfolg war und dass es Raketen zuverlässig in größerer Stückzahl produzieren und starten kann. Genau dort hat SpaceX in den vergangenen Jahren einen enormen Vorsprung aufgebaut.

Partnerinhalt

Schon deine 15 XRP als Willkommensbonus beansprucht?

Bitvavo in Zusammenarbeit mit Newsbit bietet dir aktuell 15 XRP als Geschenk. Die Aktion ist nur für kurze Zeit gültig.

Eröffne ein Konto und zahle mindestens 30€ ein, um den Bonus zu erhalten.

👉 Konto eröffnen und 15 XRP gratis erhalten

Über 1,5 Millionen Nutzer vertrauen bereits auf Bitvavo.

Achtung: Kryptowährungen sind mit Risiken verbunden. Du kannst deine Einlage ganz oder teilweise verlieren.

15 XRP sichern Sie werden weitergeleitet zu
bitvavo-mark-and-logo-grey

Chipmaschine, ASML

ASML mit Großauftrag: TSMC und Samsung kaufen neueste Chipmaschinen

Chipmaschine, ASML
sk hynix
Nike-Shop
Mehr Börse news

Meist gelesen

XRP, Ripple
XRP, Ripple
Jensen Huang, Nvidia