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Der Hacker hinter einem der größten Kryptodiebstähle des Jahres 2026 hat erneut Gelder verschoben. Innerhalb von nur zwei Tagen wurden Ethereum (ETH) im Wert von 109 Millionen Dollar an Tornado Cash überwiesen. Der Dienst erschwert es, die Herkunft von Coins nachzuvollziehen.

Die Transaktionen folgen auf den Angriff auf die Kryptobörse Drift, bei dem mehrere Hundert Millionen Dollar erbeutet wurden. Die Geschädigten versuchen unterdessen weiterhin, ihr Geld zurückzubekommen.

Hacker verschiebt Ethereum im Wert von 109 Millionen Dollar

Der Angreifer hat am Mittwoch erneut große Mengen gestohlener Ethereum transferiert. Nach Angaben der Blockchain-Analyseplattform Onchain Lens handelte es sich um 18.800 ETH im Wert von rund 46 Millionen Dollar.

Bereits einen Tag zuvor waren Ethereum im Wert von 61 Millionen Dollar an Tornado Cash geflossen. Insgesamt wurden laut Onchain Lens 44.510 ETH im Gesamtwert von rund 109 Millionen Dollar überwiesen.

Das entspricht knapp 37 Prozent der 295 Millionen Dollar, die bei dem Angriff auf Drift am 1. April gestohlen wurden.

Bemerkenswert ist vor allem das Ziel der Überweisungen. Tornado Cash ist ein sogenannter Krypto-Mixer. Der Dienst vermischt Kryptotransaktionen verschiedener Nutzer. Dadurch lässt sich deutlich schwerer feststellen, woher die Coins stammen und wohin sie letztlich fließen.

Die Transaktionen bleiben auf der Blockchain sichtbar, doch die Verbindung zwischen Absender und Empfänger lässt sich schwerer nachvollziehen. Das erschwert es Ermittlern, gestohlene Coins zu verfolgen und gegebenenfalls zurückzuholen.

Hacker hält weiterhin Ethereum im Wert von 138 Millionen Dollar

Trotz der hohen Überweisungen hat der Angreifer längst nicht das gesamte gestohlene Vermögen verschoben.

Aus Daten des Blockchain-Analyseunternehmens Arkham geht hervor, dass die dem Hacker zugeordneten Wallets nach den Transaktionen vom Mittwoch noch rund 56.569 ETH enthielten.

Zum damaligen Ethereum-Kurs entsprach das einem Wert von rund 138 Millionen Dollar.

Was der Hacker mit den verbleibenden Coins plant, ist unklar. Möglicherweise werden auch diese Bestände später an Tornado Cash überwiesen. Konkrete Hinweise darauf gibt es bislang jedoch nicht.

Die verbleibenden Bestände zeigen, um welche Summen es weiterhin geht. Selbst nachdem der Angreifer mehr als hundert Millionen Dollar verschoben hat, übersteigt sein restliches Kryptovermögen den Betrag, den er in den vergangenen beiden Tagen transferiert hat.

Nordkoreanische Hacker unter Verdacht nach Angriff auf Drift

Die Millionen stammen aus dem groß angelegten Angriff auf die Kryptobörse Drift am 1. April. Dabei wurden rund 295 Millionen Dollar erbeutet.

Drift ist eine dezentrale Kryptobörse, kurz DEX. Die Plattform basiert auf dem Netzwerk von Solana (SOL). Nutzer können dort Coins direkt handeln, ohne dass ein klassisches Finanzinstitut zwischengeschaltet ist.

Der Angriff zählt zu den größten Kryptodiebstählen dieses Jahres. Nach Daten von DefiLlama steht der Drift-Hack unter den größten Hackerangriffen auf die Kryptobranche im Jahr 2026 an dritter Stelle.

Das Cybersicherheitsunternehmen Mandiant hat den Angriff einer nordkoreanischen Hackergruppe zugeschrieben.

Nordkoreanische Hacker werden seit Längerem mit groß angelegten Kryptodiebstählen in Verbindung gebracht. Sie nehmen unter anderem Handelsplattformen und andere Dienste ins Visier, die umfangreiche Kryptobestände verwalten.

Vor allem das Ausmaß dieser Angriffe führt zu hohen finanziellen Schäden. Werden gestohlene Guthaben anschließend über Dienste wie Tornado Cash verschoben, erschwert das den Ermittlern die Rekonstruktion der Geldflüsse.

Drift bemüht sich um Entschädigung der Geschädigten

Während der Hacker weiter Millionenbeträge verschiebt, versucht Drift, den Schaden für betroffene Nutzer zu begrenzen.

Am 1. Oktober eröffnete die Handelsplattform ein Verfahren, über das Geschädigte Ansprüche auf einen Anteil an einem eigens eingerichteten Entschädigungsfonds geltend machen können.

Dafür können Nutzer sogenannte DFX-Recovery-Token einlösen. Diese Token verbriefen einen Anspruch auf einen Teil der Mittel, die für Entschädigungen bereitstehen.

Der Fonds startete mit rund 3,1 Millionen Dollar. Durch Einnahmen der Kryptobörse und mögliche Rückflüsse aus wiedergefundenen gestohlenen Beständen soll das Volumen schrittweise wachsen.

Wie viel Geld die Geschädigten letztlich zurückerhalten, ist noch offen. Das hängt unter anderem von den künftigen Einnahmen von Drift ab und davon, ob Ermittler einen Teil des gestohlenen Vermögens zurückholen können.

Vorerst bleibt die Diskrepanz groß: Während der Entschädigungsfonds mit wenigen Millionen Dollar startete, besitzt der Hacker laut Arkham noch Ethereum im Wert von rund 138 Millionen Dollar.

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