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Ethereum-Entwickler haben in dieser Woche festgelegt, welche Änderungen in das nächste große Netzwerk-Upgrade aufgenommen werden sollen. Ein beträchtlicher Teil der eingereichten Vorschläge wurde dabei gestrichen.

Übrig bleibt vor allem Technik, die das Netzwerk gegen eine zentrale Zukunftsbedrohung wappnen soll. Für Nutzer wird sich dennoch schon früher etwas ändern: Ether in der Wallet zu halten, wird künftig optional.

Zwei Änderungen gelten als gesetzt

Die Protocol-Abteilung der Ethereum Foundation veröffentlichte gestern eine Rangliste mit 62 Vorschlägen für Hegotá, das Ethereum-Upgrade nach Glamsterdam.

Jeder Vorschlag erhielt eine Bewertung. Zwei landeten mit der Einstufung „must ship“ ganz oben: Sie sollen auf jeden Fall umgesetzt werden.

Ethereum läuft auf zwei Ebenen, und jede Ebene bekommt eine dieser Änderungen.

Die Konsensebene legt fest, welche Blöcke gültig sind. Dort steht FOCIL (EIP-7805) im Mittelpunkt.

Der Vorschlag gibt Validatoren, also Teilnehmern, die neue Blöcke prüfen, das Recht, gültige Transaktionen durchzusetzen. Ein dominanter Block-Builder kann sie damit nicht mehr einfach auslassen.

Die Ausführungsebene übernimmt die Rechenarbeit und verarbeitet die Transaktionen selbst. Dort steht Frame Transactions (EIP-8141) an erster Stelle, ein Vorschlag, der die starre Form einer Transaktion aufbricht.

Darunter folgt eine lange Liste weiterer Vorschläge. Voraussichtlich werden 15 davon aufgenommen, 28 wurden verworfen, die übrigen 17 bleiben vorerst zurückgestellt.

Wer entscheidet über ein Ethereum-Upgrade?

Niemand allein. Jede Änderung beginnt als Ethereum Improvement Proposal (EIP), ein nummerierter Vorschlag, den grundsätzlich jeder einreichen kann. Die Entwickler der Clients, also der Software, mit der Nodes das Netzwerk betreiben, müssen sich in regelmäßigen Videokonferenzen darauf verständigen.

Eine Abstimmung nach Token-Besitz gibt es bei Ethereum nicht. Die Rangliste ist daher eine Einschätzung, keine Entscheidung.

Das letzte Wort haben diejenigen, die eine Node betreiben. Installiert ein Teil des Netzwerks die Software nicht, spaltet sich die Blockchain. So entstand 2016 Ethereum Classic (ETC).

Glamsterdam ist das nächste Upgrade und läuft derzeit auf öffentlichen Testnetzwerken. Hegotá folgt danach und erhielt seinen Namen im Dezember bei der letzten Entwicklerkonferenz des Jahres 2025.

Gasgebühren in Stablecoins bezahlen

Ethereum rechnet jede Transaktion in Ether ab. Ohne diesen Coin in der Wallet lässt sich deshalb nichts ausführen. Wer ausschließlich Stablecoins besitzt, die meist an den US-Dollar gekoppelt sind, kann sie dafür bislang nicht nutzen.

Frame Transactions zerlegt eine solche Transaktion in bis zu 64 einzelne Schritte. Ein Schritt prüft die Zustimmung des Nutzers, ein anderer legt fest, wer die Gasgebühr, also die Vergütung für die Verarbeitung, übernimmt.

Damit müssen Unterzeichner und Zahler nicht mehr dasselbe Konto sein. Eine Zahlungsapp kann die Kosten vorstrecken oder andere Kryptowährungen annehmen und die Rechnung in Ether begleichen. Stablecoins, die häufig an den US-Dollar gekoppelt sind, sind dafür das naheliegende Beispiel.

Das macht die Nutzung einfacher. Wer eine solche App verwendet, muss nicht erst Ether kaufen und für Gebühren bereithalten.

Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin, einer der zehn Autoren, schrieb auf X, es seien im Stillen erhebliche Fortschritte erzielt worden.

Die Autoren stellen Frames allerdings nicht als Komfortfunktion dar, sondern als Schutz gegen Quantencomputer, die langfristig zur Gefahr werden könnten. Eine solche Maschine könnte aus öffentlichen Daten den geheimen Schlüssel berechnen und damit eine Wallet leerräumen.

Die heutige Technik ist davon noch weit entfernt. Jedes Ethereum-Konto hängt jedoch an einem einzigen geheimen Schlüssel, der sich derzeit nicht austauschen lässt.

Frames ermöglicht es einem Konto, eigene Regeln festzulegen. Dadurch kann der Schlüssel auf einen Typ umgestellt werden, den kein Quantencomputer knackt, ohne dass das Guthaben bewegt werden muss.

Die Abteilung will die Basisebene bis Dezember 2029 gegen solche Maschinen absichern. Bitcoin (BTC) hat seit Februar ebenfalls einen Vorschlag für einen quantenresistenten Adresstyp vorliegen, über die Einführung ist aber noch nicht entschieden.

Am 16. September um 16:00 Uhr niederländischer Zeit stellt die Protocol-Abteilung ihre Einschätzung in einer öffentlichen Fragerunde auf Reddit zur Diskussion.

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