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Der Vermögensverwalter Franklin Templeton macht einen großen Schritt in die Welt der Kryptowährungen. Das amerikanische Unternehmen hat den Krypto-Investor 250 Digital übernommen und nutzt diese Akquisition sofort, um eine eigene Kryptosparte aufzubauen.
Damit reiht sich Franklin Templeton in die Riege der großen Verwalter ein, die Krypto wirklich ins eigene Haus holen.
Die neue Abteilung heißt Franklin Crypto und richtet sich vollständig an große institutionelle Investoren. Dazu zählen Pensionsfonds, Staatsfonds und andere Akteure, die über regulierte Produkte in Kryptowährungen investieren möchten.
Die Leitung übernehmen Christopher Perkins und Anlagechef Seth Ginns, beide kommen von 250 Digital. Sie werden von Tony Pecore unterstützt, der die Kryptosparte von Franklin Templeton bereits kannte.
250 Digital entstand Anfang 2026 als Abspaltung vom Krypto-Unternehmen CoinFund und ist auf handelbare Kryptostrategien spezialisiert. Der Deal wurde im April angekündigt und ist nun abgeschlossen. Was Franklin Templeton bezahlte, wurde nicht bekanntgegeben.
Ein bemerkenswertes Detail ist, dass Franklin Templeton einen Teil der Übernahme mit sogenannten BENJI-Token beglich.
Jeder BENJI-Token entspricht einer Aktie des Franklin OnChain U.S. Government Money Fund, einem regulierten amerikanischen Geldmarktfonds, der in sichere kurzfristige Staatsanleihen investiert.
Der Besitz wird nicht in den Büchern einer Bank geführt, sondern auf einer öffentlichen Blockchain. Dort wird jede Aktie als Kryptotoken dargestellt, der rund um die Uhr gehandelt werden kann. Es ist eine der ersten großen Übernahmen im Finanzsektor, die nicht mit Bargeld oder klassischen Aktien bezahlt wird, sondern mit dieser Art von Token.
Franklin Templeton legte den Fonds bereits im April 2021 auf, lange bevor Tokenisierung ein Modewort an der Wall Street wurde. Es war das erste amerikanische Investmentfonds, das eine Blockchain als offizielle Verwaltung nutzte.
Franklin Templeton beschäftigt sich schon länger mit Krypto. Im Januar 2024 legte das Unternehmen los, als es zusammen mit einer Reihe anderer Vermögensverwalter einen eigenen Bitcoin-ETF an die amerikanische Börse brachte.
Vor allem im Bereich der Tokenisierung ist das Unternehmen führend. Im Februar schloss es einen Deal mit der Kryptobörse Binance ab, wodurch große Investoren ihre BENJI-Token als Sicherheiten für den Handel nutzen konnten. Im März folgte eine Zusammenarbeit mit Ondo Finance, um Anlageprodukte von Franklin Templeton auf die Blockchain zu bringen.
Diese Bemühungen spiegeln sich in den Zahlen wider. Die tokenisierten Anlagen von Franklin Templeton wuchsen laut der Datenquelle RWA.xyz innerhalb eines Jahres von etwa 768 Millionen auf über 2,5 Milliarden Dollar.

Der Schritt von Franklin Templeton ist bezeichnend für die gesamte Branche. Die größten Akteure können Krypto nicht mehr ignorieren, da die Nachfrage zu groß geworden ist. Deshalb bieten sie Fonds an, denn daran verdienen sie, und mit der Tokenisierung werden ihre Produkte schneller, günstiger und flexibler.
Franklin Templeton folgt damit BlackRock, Fidelity, Goldman Sachs und JPMorgan, die alle bereits eigene Abteilungen für digitale Vermögenswerte haben.
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