Die Wirtschaft der Eurozone steht unter starkem Druck, da das Wachstum des privaten Sektors nahezu zum Erliegen gekommen ist. Neue Zahlen zeigen, dass Unternehmen mit steigenden Kosten, längeren Lieferzeiten und schwindendem Vertrauen zu kämpfen haben. Hauptursache sind die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten, die zu höheren Energiepreisen und Störungen im Welthandel führen.
Krieg treibt Inflation und Unsicherheit an
Laut vorläufigen Daten von S&P Global hat sich das Wachstum im März stark abgeschwächt. Der zusammengesetzte Index für die Eurozone fiel auf den niedrigsten Stand seit zehn Monaten, was auf eine kaum noch wachsende Wirtschaft hindeutet.
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran spielt hierbei eine zentrale Rolle. Seit Jahresbeginn sind die Ölpreise deutlich gestiegen, während wichtige Schifffahrtswege unter Druck stehen. Dies führt direkt zu höheren Kosten für Unternehmen und Verbraucher.
Für Haushalte bedeutet dies, dass die Kaufkraft durch teurere Kraftstoffe und steigende Preise abnimmt. Unternehmen sehen ihre Gewinnmargen schrumpfen und sind mit Verzögerungen in Lieferketten konfrontiert. Gleichzeitig steigen die Inflationserwartungen rapide, was die Unsicherheit weiter erhöht.
Ökonomen warnen inzwischen vor Stagflation, einer Kombination aus hoher Inflation und niedrigem Wirtschaftswachstum. Dieses Szenario wird immer realistischer, da der wirtschaftliche Motor Europas ins Stocken gerät.
Zinsen steigen, Vertrauen schwindet
Neben den steigenden Preisen sehen sich Verbraucher und Unternehmen mit höheren Zinsen konfrontiert. Finanzmärkte rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen erneut anheben wird, um die Inflation in den Griff zu bekommen.
Das hat direkte Auswirkungen auf zum Beispiel Hypotheken und Kredite, wodurch das verfügbare Einkommen weiter unter Druck gerät. Gleichzeitig ist das Verbrauchervertrauen auf den tiefsten Stand seit langer Zeit gefallen, nach einem der stärksten Rückgänge aller Zeiten.
Die Auswirkungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Deutschland hält sich vorerst besser, während Frankreich besonders stark vom sinkenden Unternehmervertrauen getroffen wird.
Auch der internationale Handel zeigt schwache Signale. Europäische Exportzahlen weisen deutliche Rückgänge auf, unter anderem aufgrund neuer Handelsmaßnahmen von Donald Trump. Besonders der Export in die Vereinigten Staaten hat einen erheblichen Schlag erlitten.
Laut Ökonomen werden dadurch die strukturellen Schwächen der Eurozone erneut sichtbar. Insbesondere energieintensive Sektoren haben es schwer, was die Erholung der Industrie erschwert.
Frühindikatoren deuten darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten weiter nachlassen könnte. Die Wahrscheinlichkeit einer breiteren Abschwächung nimmt damit zu, während die Inflation erneut anzuziehen scheint.
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