Die EU und die USA haben heimlich einen Wirtschaftsplan zur Wiederherstellung der Ukraine im Wert von 800 Milliarden Dollar ausgearbeitet. Dieses ambitionierte Vorhaben kann jedoch erst in Gang kommen, wenn ein Waffenstillstand mit Russland erzielt wird. Das scheint vorerst in weiter Ferne.
„Geld ja, Frieden nein“
Ein vertrauliches Dokument, von Politico eingesehen, zeigt, wie Brüssel und Washington sich auf den Wiederaufbau der Ukraine vorbereiten, sobald der Krieg endet. Es handelt sich um einen 10-Jahres-Plan bis 2040, in dem die Ukraine als zukünftiges EU-Mitglied und Investitionsparadies dargestellt wird.
Das Herzstück des Plans ist ein massiver Zustrom öffentlicher und privater Mittel mit dem Ziel, die Ukraine von einem hilfsbedürftigen Land in eine unabhängige Wirtschaft zu verwandeln. Die EU würde über Budgethilfen und Investitionsgarantien 100 Milliarden Euro bereitstellen, um insgesamt 207 Milliarden Euro an Investitionen zu mobilisieren. Gleichzeitig zielt das Projekt auf eine globale Investition von 800 Milliarden Dollar ab, unterstützt unter anderem vom IWF und der Weltbank.
Doch die Umsetzung hängt von einem Waffenstillstand ab, der noch nicht in Sicht ist. Solange russische Raketen auf ukrainische Städte fallen, fürchten Investoren die Risiken.
BlackRock: „Investitionen in Kriegsgebieten unmöglich“
Der Investmentriese BlackRock, der als Berater des Plans auf Pro-bono-Basis fungiert, warnt, dass erst Geld fließen wird, wenn die Gewalt endet. „Es ist fast unmöglich für Pensionsfonds, in einem Kriegsgebiet zu investieren“, sagte Vizepräsident Philipp Hildebrand während des Weltwirtschaftsforums in Davos.
Laut Hildebrand muss der Wiederaufbau „phasenweise“ erfolgen, mit anfänglichen Sicherheitsgarantien, bevor Unternehmen bereit sind zu investieren. Trotz der Gewalt bleibt das amerikanische Engagement stark. Die USA treten nicht nur als Geber auf, sondern als strategischer Investor und „Glaubwürdigkeitsanker“ im Wiederaufbau.
„Kein militärischer Plan, aber wirtschaftlicher Fahrplan“
Der Wiederaufbaufonds ist Teil einer umfassenderen Friedensagenda: Ein 20-Punkte-Plan der USA, um zu einer Einigung zwischen Kiew und Moskau zu gelangen. Auffällig ist, dass der Plan davon ausgeht, dass bereits Sicherheitsgarantien bestehen. In Wirklichkeit ist das nicht der Fall. Es wird nicht auf militärische Intervention, sondern auf wirtschaftliche Zusammenarbeit gesetzt.
Am kommenden Wochenende findet in Abu Dhabi ein Dreiparteiengespräch zwischen der Ukraine, Russland und den USA statt, bei dem auch Jared Kushner und BlackRock-Chef Larry Fink anwesend sein werden. Ziel ist es, Bedingungen für den Wiederaufbau zu schaffen, sobald der Konflikt endet.
Kurseinfluss?
Die Enthüllung dieses geheimen Plans unterstreicht das langfristige Vertrauen westlicher Mächte in das wirtschaftliche Potenzial der Ukraine. Solange jedoch die Frontlinie aktiv bleibt, bleibt dieses Potenzial vor allem Zukunftsmusik.
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