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Bei Ethereum (ETH) zeichnet sich eine bemerkenswerte Verschiebung ab. Während im vergangenen Jahr Millionen ETH aus dem Staking abgezogen werden sollten, ist die Ausstiegswarteschlange für Validatoren inzwischen vollständig verschwunden. Zugleich wartet eine Rekordmenge neuer ETH darauf, mit dem Staking zu beginnen. Das deutet darauf hin, dass Anleger trotz der enttäuschenden Kursentwicklung in diesem Jahr an den langfristigen Perspektiven des Netzwerks festhalten.
Der Unterschied zum Vorjahr ist erheblich. Damals standen mehr als 2,6 Millionen ETH in der Warteschlange für den Ausstieg aus dem Staking, sodass Validatoren bis zu 45 Tage warten mussten, bevor sie ihre Coins abziehen konnten. Inzwischen hat sich das Bild komplett gedreht: Die Ausstiegswarteschlange ist leer, während neue Teilnehmer mehrere Wochen warten müssen, um ihre ETH staken zu können.
Nach Daten von ValidatorQueue befinden sich derzeit keine ETH mehr in der Warteschlange für den Ausstieg aus dem Staking. Anleger, die ihre ETH unstaken wollen, können dies sofort tun. Sie müssen lediglich noch das reguläre Auszahlungsverfahren des Ethereum-Netzwerks durchlaufen.
Auf der anderen Seite wächst die Warteschlange für den Einstieg ins Staking rasch. Mehr als 2,5 Millionen ETH warten derzeit auf die Aktivierung, weshalb neue Validatoren voraussichtlich fast 44 Tage warten müssen, bevor sie Staking-Erträge erhalten können.
Diese Verschiebung ist auffällig. Im vergangenen Jahr wollten noch Millionen ETH das Netzwerk verlassen. Inzwischen scheint sich die Stimmung vollständig gedreht zu haben: Immer mehr Anleger entscheiden sich dafür, ihre Coins längerfristig zu binden.

Auch die Gesamtzahl der gestakten ETH steigt weiter. Inzwischen sind fast 41 Millionen ETH im Staking gebunden, was etwa 33,6 Prozent des gesamten zirkulierenden Angebots entspricht. Das ist der höchste Anteil seit dem Start von Ethereum.
Zudem zählt das Netzwerk mittlerweile fast 900.000 aktive Validatoren, die gemeinsam die Blockchain absichern.
Ein großer Teil dieses Wachstums geht auf institutionelle Akteure zurück. So verwaltet das Unternehmen Bitmine unter der Leitung des Investors Tom Lee inzwischen mehr als 4,9 Millionen ETH über seine institutionelle Staking-Plattform MAVAN.
Auffällig ist, dass das Staking weiter wächst, obwohl die Rendite sinkt. Laut dem Marktanalysten Merlijn The Trader ist die jährliche Staking-Vergütung von 3,05 Prozent auf 2,62 Prozent gefallen. Gleichzeitig stieg die Ausgabe neuer ETH von 0,757 Prozent auf 0,842 Prozent.
Normalerweise würde eine niedrigere Rendite Staking weniger attraktiv machen. Dennoch entscheiden sich immer mehr Anleger dafür, ihre ETH zu binden. Das spricht dafür, dass sie vor allem auf den langfristigen Wert von Ethereum setzen und weniger auf die unmittelbaren Erträge aus dem Staking achten.
Zudem nimmt die leere Ausstiegswarteschlange dem Markt eine wichtige Sorge. Im vergangenen Jahr bestand noch die Befürchtung, dass Millionen gestakter ETH innerhalb kurzer Zeit auf Börsen landen könnten, falls Validatoren in großem Umfang aussteigen. Da es nun keine Warteschlange mehr für das Unstaking gibt und zugleich Millionen ETH auf den Eintritt ins Netzwerk warten, erscheint dieses Risiko vorerst deutlich geringer.
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