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Heute endet bei Apple die Ära Tim Cook – und damit die längste Wachstumsphase in der Geschichte des Konzerns. Aus einem Unternehmen in Trauer wurde einer der wertvollsten Konzerne der Welt.
Von morgen an übernimmt ein anderer seinen Platz. Ganz verschwunden ist Cook damit aber nicht.
Von morgen an führt John Ternus (51) den Konzern. Er arbeitet seit 2001 bei Apple und leitete bislang die Hardware-Sparte.
Dass dieser Schritt bevorstand, war seit Monaten klar. Apple kündigte den Wechsel im April nach einem einstimmigen Beschluss des Verwaltungsrats an.
Cook selbst wird Executive Chairman, also geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats. Nach Angaben von Apple soll er sich in dieser Rolle vor allem um Regierungen und politische Entscheidungsträger kümmern.
Laut Bloomberg behält Cook die Kontakte zu US-Präsident Donald Trump und zur chinesischen Regierung in eigener Hand. Es sind genau die beiden Felder, in denen Apple besonders angreifbar ist.
Intern machte Cook deutlich, wie sehr er seinem Nachfolger vertraut: „Niemandem traue ich eher zu, Apple in die Zukunft zu führen als John.“
Unter Cook ist Apple stark gewachsen. Der Umsatz stieg von rund 108 Milliarden Dollar im Jahr 2011 auf mehr als 416 Milliarden Dollar. Über 15 Jahre entspricht das einem durchschnittlichen Wachstum von gut 9 Prozent.
Der Börsenwert kletterte von etwa 350 Milliarden Dollar auf fast 4,67 Billionen Dollar. Im Juli lag er zeitweise sogar über 5 Billionen Dollar. Der iPhone-Hersteller ist derzeit das zweitwertvollste Unternehmen der Welt, hinter dem Chiphersteller Nvidia mit einer Bewertung von 5,25 Billionen Dollar.
Im abweichenden dritten Geschäftsquartal 2026 erzielte Apple mit 109,4 Milliarden Dollar mehr Umsatz als im gesamten Geschäftsjahr 2011, wie Bank-of-America-Analyst Wamsi Mohan anmerkte.
Unter Tim Cook stellte Apple zudem auf eigene Chips um, während das Dienstleistungsgeschäft auf mehr als 100 Milliarden Dollar pro Jahr wuchs.
Die Grundlage dafür hatte Cook schon lange vor seiner Ernennung gelegt. Er kam im März 1998 zu Apple, nachdem Gründer Steve Jobs ihn vom Computerhersteller Compaq abgeworben hatte, und übernahm Produktion und Lagerbestände.
Cook schloss Fabriken, lagerte die Fertigung aus und baute eine Lieferkette auf, die taggenau liefert. Dieses System ermöglichte später die hohen Margen beim iPhone.
2005 rückte er zur Nummer zwei auf, während Jobs‘ Krankheitsphasen übernahm er bereits vorübergehend die Führung. Am 24. August 2011 bekam er den Posten endgültig, gut sechs Wochen vor Jobs‘ Tod.
Im Silicon Valley wurde damals offen bezweifelt, ob Apple ohne seinen Gründer weiter wachsen könne. Cook versuchte nicht, ein zweiter Jobs zu werden. Er setzte auf Größe, Margen und Dienstleistungen.
Der nächste große Wurf im Format des iPhone blieb aus. AirPods und Apple Watch wurden Bestseller, doch das Projekt für ein selbstfahrendes Auto wurde 2024 eingestellt. Und die Vision-Pro-Brille verkauft sich weiterhin schwach.
Die größte offene Aufgabe von Tim Cook liegt bei künstlicher Intelligenz. Nach dem Start von ChatGPT Ende 2022 begann Apple eine Aufholjagd mit eigenen Sprachmodellen, der Software hinter Chatbots.
Dabei musste der Konzern Rückschläge hinnehmen. Apple Intelligence enttäuschte, die überarbeitete Sprachassistentin Siri wurde immer wieder verschoben. Inzwischen zahlt Apple Google dafür, Gemini als technische Grundlage für Siri einzubinden.
Zugleich altert Apples Führungsspitze. Insidern zufolge, auf die sich Bloomberg beruft, könnte in den kommenden Jahren die Hälfte des Topmanagements ausscheiden.
Im September folgt der erste echte Test. Dann stellt Apple die neue Siri flächendeckend bereit und zeigt am 9. September das erste faltbare iPhone.
Auf dieser Bühne steht Ternus erstmals allein. Cook sitzt dann allenfalls in der ersten Reihe – erstmals seit 15 Jahren ohne Rolle in der Präsentation.
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