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Saudi-Arabien hat eine seiner wichtigsten Ölpipelines nach mehreren Drohnenangriffen außer Betrieb genommen. Betroffen ist die East-West-Pipeline, die stark an Bedeutung gewonnen hat, weil der Ölhandel über die Straße von Hormus seit Monaten massiv gestört ist.
Die Pipeline kann täglich bis zu 7 Millionen Barrel Öl ans Rote Meer transportieren. Mit der Stilllegung gerät nun auch diese wichtige Ausweichroute unter Druck. Der Ölpreis reagierte bislang verhalten und liegt bei rund 105 Dollar je Barrel.
Das saudische Energieministerium teilte am Freitag mit, die East-West-Pipeline sei vorsorglich stillgelegt worden. Bei den Angriffen am Donnerstag wurden mehrere Menschen verletzt.
Nach Angaben des saudischen Außenministeriums wurden mehrere Drohnen aus dem Irak gestartet. Sie griffen Abschnitte der Pipeline in den Regionen Riad und Medina an.
Rettungs- und Sicherheitskräfte sichern derzeit die betroffenen Standorte und prüfen, ob die Pipeline gefahrlos wieder in Betrieb genommen werden kann. Wie lange die Sperrung dauern wird, ist noch unklar.
Der Angriff fällt in eine Phase, in der die Gewalt im Nahen Osten erneut zunimmt. Die vom Iran unterstützten Huthi haben in den vergangenen Tagen Angriffe auf saudische Energieanlagen in Abha, Nadschran und Dschasan für sich reklamiert. Gleichzeitig greifen die Vereinigten Staaten iranische Öltanker an.
Nach Einschätzung von Gregory Brew, geopolitischer Analyst bei der Eurasia Group, zeigen die Angriffe, dass Iran und seine Verbündeten sowohl über die Mittel als auch über die Bereitschaft verfügen, zentrale Energieinfrastruktur in der Region ins Visier zu nehmen.
Die East-West-Pipeline ist seit Beginn des Krieges zu einer zentralen Lebensader für die saudischen Ölexporte geworden. Sie transportiert Öl aus dem Osten Saudi-Arabiens ans Rote Meer, wo es anschließend auf Tanker verladen werden kann.
Öltanker können dadurch die Straße von Hormus umgehen. Das ist entscheidend, weil der Schiffsverkehr durch diese Meerenge wegen des Konflikts mit dem Iran stark zurückgegangen ist.
Die Pipeline hat eine Kapazität von rund 7 Millionen Barrel pro Tag und lief bereits Anfang des Jahres schnell unter Volllast, nachdem der Tankerverkehr durch Hormus nahezu zum Erliegen gekommen war.
Doch auch die Route über das Rote Meer gerät zunehmend unter Druck. Die Huthi greifen dort Schiffe und saudische Energieinfrastruktur an. In dieser Woche rückten Huthi-Kämpfer zudem entlang der Westküste des Jemen weiter in Richtung der strategisch wichtigen Straße von Bab al-Mandab vor.
Saudi-Arabien drohen damit Probleme auf zwei Seiten. Sowohl die traditionelle Route über Hormus als auch die Ausweichroute über das Rote Meer stehen unter Druck.
Die Folgen zeigen sich bereits bei den saudischen Ölexporten. Im August sanken sie auf rund 3 Millionen Barrel pro Tag. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der verfügbaren Daten im Jahr 2017.
Auch durch die Straße von Hormus fließt deutlich weniger Treibstoff als vor dem Krieg. Nach Daten von Vortexa und Marktteilnehmern werden derzeit etwa 1 Million Barrel Ölprodukte pro Tag durch die Meerenge transportiert. Vor dem Krieg waren es rund 4 Millionen Barrel.
Die Vereinigten Staaten blockieren unterdessen die Verladung von Öl aus iranischen Häfen, während Iran weiterhin Schiffe in der Straße von Hormus angreift.
Damit nimmt der Druck auf die weltweite Energieversorgung weiter zu. Die US-Ölvorräte sind stark gesunken, und ein großer Teil der strategischen Reserven, die Regierungen zuvor freigegeben hatten, ist inzwischen am Markt angekommen.
Auch Verbraucher spüren die Folgen. Die Preise für Benzin und Diesel steigen weltweit wieder deutlich.
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