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Der US-Dollar hat am Mittwoch nach dem Zinsentscheid der Federal Reserve (Fed) deutlich zugelegt. Die Notenbank erhöhte den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Im Mittelpunkt stand jedoch vor allem die Botschaft für die kommenden Monate: Die Fed scheint mit den Zinserhöhungen noch nicht am Ende zu sein.
Fed-Chef Kevin Warsh machte erneut deutlich, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei. Zugleich rechnen 16 der 19 geldpolitischen Entscheidungsträger mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung bis zum Jahresende. Der restriktivere Ton verlieh dem Dollar unmittelbar Auftrieb.
Die Zinserhöhung selbst kam nicht überraschend. Der Offenmarktausschuss FOMC stimmte einstimmig für eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte. Es war die erste Zinserhöhung der US-Notenbank seit Juli 2023.
Deutlich auffälliger waren die Erwartungen für den Rest des Jahres. 16 der 19 Entscheidungsträger gehen davon aus, dass der Leitzins bis Ende 2026 mindestens ein weiteres Mal steigen muss.
Das markiert eine klare Veränderung gegenüber Juni. Damals rechneten nur sechs Entscheidungsträger mit mindestens zwei Zinserhöhungen im gesamten Jahr 2026. Innerhalb von drei Monaten ist die Unterstützung für einen strafferen geldpolitischen Kurs damit deutlich gewachsen.
Auf seiner Pressekonferenz erklärte Warsh, warum die Fed erneut gehandelt hat.
„Wir haben einen Teil der geldpolitischen Unterstützung zurückgenommen, damit die finanziellen Bedingungen besser zu unseren langfristigen Zielen passen“, sagte Warsh.
Die hartnäckige Inflation bleibt der wichtigste Grund für den strengeren Kurs. Nach Warshs Einschätzung verteuern sich weiterhin zu viele Waren und Dienstleistungen auf Jahressicht um mehr als drei Prozent, gemessen an den vergangenen sechs und zwölf Monaten.
„Die Inflationsdaten aus diesem Sommer zeigen für mich keine spürbare Verbesserung der zugrunde liegenden Trends“, sagte Warsh.
Neue Inflationsdaten aus der vergangenen Woche haben diese Sorgen verstärkt. Die Kerninflation in den USA stieg im August stärker als erwartet. Innerhalb der Fed wächst dadurch die Sorge, dass der Preisdruck breiter wird und nicht nur auf vorübergehende Faktoren wie Zölle und höhere Energiepreise infolge des Kriegs mit Iran zurückzuführen ist.
Die Notenbank geht inzwischen zudem davon aus, dass es länger dauert, bis die Inflation wieder auf das Ziel von zwei Prozent zurückgeht. Nach den neuen Projektionen wird dieses Niveau erst 2029 erreicht, ein Jahr später als bislang angenommen.
Gleichzeitig sieht die Fed die US-Wirtschaft weiterhin als ausreichend robust an. Nach Einschätzung der Notenbank bleibt das Produktivitätswachstum stark, die Unternehmensinvestitionen zeigen sich solide, und der Beschäftigungsaufbau hält ungefähr mit dem Wachstum der Erwerbsbevölkerung Schritt.
Die restriktivere Botschaft der Fed sorgte an den Finanzmärkten sofort für Bewegung. Der Bloomberg Dollar Spot Index legte zeitweise um 0,5 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand seit dem 14. August.
Auch der US-Anleihemarkt reagierte. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen, die besonders sensibel auf Erwartungen zur Fed-Politik reagiert, stieg auf 4,71 Prozent. Das waren gut 0,10 Prozentpunkte mehr als unmittelbar vor dem Zinsentscheid.
Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen reagierte weniger stark. Sie lag bei 4,97 Prozent und damit weiterhin unter dem Niveau vom Beginn des Handelstags.
Nach Einschätzung von Valentin Marinov, Leiter der G10-Devisenstrategie bei Crédit Agricole, erhielt der Dollar vor allem durch Warshs Aussagen zusätzlichen Rückenwind. „Warsh klingt ebenfalls restriktiv, was dem Dollar einen weiteren Impuls gibt“, sagte er.
Der Fokus richtet sich nun auf die kommenden Inflationsdaten. Sie dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob die Fed den Leitzins im weiteren Jahresverlauf tatsächlich erneut anhebt.
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Die Federal Reserve erhöht den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Anleger richten den Blick nun vor allem auf die Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh.
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