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Die deutsche Industrie zeigt im August die stärkste Erholung seit mehr als vier Jahren. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg überraschend auf 54,1 Punkte und lag damit deutlich über den Erwartungen von Ökonomen.

Der Aufschwung nährt die Hoffnung, dass Europas größte Volkswirtschaft eine jahrelange Schwächephase hinter sich lässt. Auf breiter Basis steht die Erholung allerdings noch nicht. Vor allem der Dienstleistungssektor bleibt zurück.

Deutsche Industrie wächst so stark wie seit 2022 nicht mehr

Ein PMI-Wert von mehr als 50 Punkten signalisiert Wachstum. Mit dem starken Augustwert zeichnet sich in der deutschen Industrie nach Jahren hoher Energiepreise, schwacher Auslandsnachfrage und wachsender Konkurrenz aus China eine klare Wende ab.

Auch die Hersteller selbst blicken zuversichtlicher nach vorn. Das Vertrauen in die künftige Produktion legte deutlich zu, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen mit einer Fortsetzung der Erholung rechnen.

Im Dienstleistungssektor fällt das Bild weniger positiv aus. Dort sank der Index auf 48,5 Punkte und signalisiert damit eine Schrumpfung. Der zusammengesetzte PMI für die gesamte deutsche Wirtschaft lag dadurch bei 51 Punkten, nach 51,3 im Juli. Die gesamtwirtschaftliche Aktivität wuchs damit dennoch den zweiten Monat in Folge.

Deutsche Wirtschaft scheint lange Schwächephase zu überwinden

Die Zahlen verstärken den Eindruck, dass Deutschland sich langsam aus einer jahrelangen wirtschaftlichen Flaute löst. Bereits das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal war höher ausgefallen als erwartet.

Ein wichtiger Treiber der Erholung sind höhere Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Die Bundesregierung will damit die Konjunktur stützen und zugleich erhebliche Rückstände unter anderem bei der Infrastruktur abbauen.

Auch die Bundesbank wird zuversichtlicher. Die deutsche Notenbank erklärte am Donnerstag, die Wirtschaft befinde sich inzwischen klar auf Erholungskurs. Selbst der Krieg im Nahen Osten habe diese Entwicklung bislang nicht stoppen können.

Höhere EZB-Zinsen werden zum neuen Risiko

Die Erholung bleibt jedoch anfällig. Deutschland kämpft weiterhin mit strukturellen Problemen in der Industrie und starker Konkurrenz aus China. Auch Störungen in internationalen Lieferketten bleiben ein Risiko.

Hinzu kommt das Zinsniveau in Europa. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte im Juni erstmals seit fast drei Jahren die Zinsen; für September wird eine weitere Anhebung erwartet.

Höhere Zinsen verteuern Kredite für Unternehmen und Haushalte und könnten die deutsche Erholung bremsen. Der anhaltende Krieg im Nahen Osten und die Unsicherheit rund um wichtige Energierouten verstärken diese Sorgen.

Vorläufig sendet jedoch vor allem die überraschend starke Industrie ein deutlich positives Signal. Nach Jahren wirtschaftlichen Gegenwinds zeigt einer der wichtigsten Motoren der deutschen Wirtschaft wieder Wachstum.

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