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Der Kryptomarkt legt heute kräftig zu. Bitcoin (BTC) hat erneut die Marke von 80.000 Dollar überschritten, auch Altcoins profitieren deutlich. Der XRP-Kurs steigt um rund neun Prozent, Cardano (ADA) gewinnt sogar zwölf Prozent.
Damit setzt Bitcoin die starke Erholung der vergangenen Monate fort. Seit dem vorläufigen Tief bei rund 58.000 Dollar am 1. Juli ist BTC inzwischen um etwa 23.000 Dollar gestiegen.
Hinter der Rally dürften vor allem zwei Entwicklungen stehen. Bitcoin hat eine wichtige Widerstandsmarke überwunden. Händler, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, könnten dadurch gezwungen sein, ihre Positionen zu schließen.
Gleichzeitig hat in den USA die Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung nachgelassen. Beide Faktoren verschaffen dem Kryptomarkt heute zusätzlichen Rückenwind.
Ein wichtiger Grund für den Anstieg zeigt sich im Chart. Bitcoin war in den vergangenen Tagen mehrfach an einem Widerstand gescheitert, durchbrach diesen aber am Donnerstag. Als der Kurs zu steigen begann, gewann die Rally rasch an Tempo.
Das hat auch Folgen für Händler, die auf einen fallenden Bitcoin-Kurs gesetzt hatten. Viele dieser Short-Positionen werden mit geliehenem Kapital eröffnet. Steigt der Kurs zu stark, können Handelsplattformen eine solche Position automatisch schließen, um weitere Verluste zu begrenzen.
Bei einer solchen Liquidation wird die Short-Position zurückgekauft. Das erzeugt zusätzliche Kaufnachfrage und kann den Anstieg weiter beschleunigen. Bei höheren Kursen können anschließend weitere Short-Positionen liquidiert werden, wodurch eine Kettenreaktion entsteht.
Die positive Stimmung greift inzwischen auf den übrigen Kryptomarkt über. Der XRP-Kurs steigt um rund neun Prozent, Cardano sogar um zwölf Prozent. Altcoins profitieren damit noch stärker von der Erholung als Bitcoin selbst.
Der zweite wichtige Impuls kommt aus den USA. Fed-Gouverneur Christopher Waller erklärte am Donnerstag, er tendiere derzeit dazu, den Leitzins bei der Sitzung am 15. und 16. September unverändert zu lassen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Inflationsdaten für August bestätigen, dass der Preisdruck weiter nachlässt.
Für Anleger ist das eine klare Veränderung. In den vergangenen Tagen hatten sie zunehmend mit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet. Nach Wallers Aussagen sank die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von rund 63 Prozent am Vortag auf 48 Prozent. Damit ist der Markt wieder nahezu exakt zwischen Zinserhöhung und Zinspause geteilt.
Für Bitcoin ist diese Verschiebung günstig. Eine weniger straffe Geldpolitik kann die finanziellen Rahmenbedingungen lockern und das Interesse an risikoreicheren Anlagen erhöhen.
Vom Tisch ist eine Zinserhöhung allerdings noch nicht. Waller betonte, seine endgültige Entscheidung werde stark von der Inflation im August abhängen. Sollte der Preisdruck wieder zunehmen, könnte ihm zufolge schon eine begrenzte Beschleunigung ausreichen, um doch für eine Zinserhöhung zu stimmen.
Am Freitag muss der Markt zunächst den US-Arbeitsmarktbericht verarbeiten. Danach folgen am 11. September die Inflationsdaten. Diese Zahlen könnten letztlich darüber entscheiden, ob die Federal Reserve den Leitzins am 16. September anhebt oder unverändert lässt.
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