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Beim Coldcard-Hack erbeuteten Angreifer Bitcoin (BTC) im Wert von fast 115 Millionen Dollar. Wer jedoch erwartet, dass die Millionen inzwischen längst verschoben wurden, liegt falsch. Fast 90 Prozent der gestohlenen Bitcoin liegen weiterhin unangetastet.
Analysten von Galaxy Research beobachten Tausende Adressen der Hacker genau. Für die Täter wird es dadurch schwierig, ihre enorme Beute zu Geld zu machen, ohne erneut aufzufallen.
Galaxy Research hat inzwischen 1.789,28 BTC auf 8.865 Adressen dem Coldcard-Hack zugeordnet. Zum Zeitpunkt des Diebstahls waren diese Coins zusammen rund 114,7 Millionen Dollar wert.
Nach Angaben von Alex Thorn, Forschungschef bei Galaxy, befinden sich davon noch 1.561 BTC auf Adressen der Angreifer. Das entspricht 87,3 Prozent der gesamten Beute. Auch sämtliche Bitcoin, die während der ersten drei Angriffswellen gestohlen wurden, wurden bislang nicht bewegt.
Für die Hacker entsteht damit ein heikles Problem. Bitcoin-Transaktionen sind öffentlich einsehbar. Sobald sie die Coins verschieben, können Analysten genau nachvollziehen, wohin das Geld fließt.
Ein Teil der Beute aus späteren Angriffen ist inzwischen jedoch in Bewegung geraten. Dabei versuchen die Hacker, ihre Spuren mit Verfahren wie CoinJoin zu verschleiern, bei denen Transaktionen mehrerer Nutzer miteinander vermischt werden.
Außerdem nutzen sie sogenannte Peel Chains. Dabei wird jeweils ein kleiner Betrag von der Beute abgespalten, während der Rest auf eine neue Adresse wandert. So entsteht eine lange Kette, die schwerer nachzuverfolgen ist.
Galaxy hat bislang 221 Meldungen von Opfern in die Untersuchung einbezogen. Zusammen verloren sie 790,72 BTC, das entspricht 44,2 Prozent aller Bitcoin, die dem Hack zugerechnet werden.
Das mediane Opfer verlor etwas mehr als einen Bitcoin.
Die Adressen der Hacker wurden inzwischen an Kryptobörsen, Compliance-Unternehmen und Ermittlungsbehörden weitergegeben. Das könnte problematisch werden, sobald die Täter versuchen, ihre Bitcoin zu verkaufen.
Gelangen die gestohlenen BTC etwa zu einer zentralisierten Kryptobörse, kann die Plattform die Herkunft möglicherweise erkennen und die Guthaben unter bestimmten Umständen einfrieren.
Die Hacker haben zwar Bitcoin im Wert von fast 115 Millionen Dollar erbeutet, doch die tatsächliche Nutzung dieses Vermögens erweist sich als deutlich komplizierter. Vorerst liegen 87,3 Prozent weiterhin auf Adressen, die Analysten engmaschig verfolgen.
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