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Nach einem unruhigen Sommer an den Aktienmärkten sieht Citadel Securities wieder Spielraum für einen neuen Aufwärtsschub. Chefstratege Scott Rubner zufolge ist die notwendige Korrektur inzwischen weitgehend abgeschlossen, während die Grundlagen des Bullenmarkts intakt geblieben sind.
Aus seiner Sicht können Anleger den Blick damit wieder stärker von technischen Faktoren auf Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten richten.
Vor einem Monat hatte Rubner noch gewarnt, der US-Aktienmarkt brauche zunächst eine „spürbare technische Bereinigung“, bevor er wieder optimistischer werden könne. Inzwischen hält er diese Bereinigung für abgeschlossen.
Nach Einschätzung von Rubner hat sich der Markt in den vergangenen Wochen in mehreren Bereichen stabilisiert. Privatanleger haben Risiken reduziert, die Hebelung im Markt ist zurückgegangen und die Finanzierungsbedingungen haben sich verbessert. Auch die starke Konzentration der Anlagen auf wenige große Technologiewerte hat nachgelassen.
Auffällig ist aus Sicht von Citadel, dass diese Abkühlung nicht auf eine schwächere Konjunktur zurückgeht. Vielmehr sei die Bereinigung dadurch zustande gekommen, dass Anleger Gewinne mitnahmen, Positionen abbauten und Kapital in andere Sektoren umschichteten.
Zugleich bleiben die Unternehmenszahlen robust. Viele Firmen schneiden besser ab, als Analysten erwartet hatten, und Aktien sind nach dem jüngsten Rückgang wieder attraktiver bewertet. Rubner rechnet zudem damit, dass Unternehmen in den kommenden Wochen wieder verstärkt eigene Aktien zurückkaufen, sobald die sogenannten Blackout-Phasen rund um die Bilanzvorlagen auslaufen.
Ein weiterer Punkt, den Citadel positiv wertet, ist das Verhalten der Privatanleger. Während der Erholung am Donnerstag verkauften viele Retail-Investoren ausgerechnet Aktien. Das entspricht Rubner zufolge wieder eher dem üblichen Muster, Rücksetzer zu kaufen und Erholungen zu verkaufen, statt dem aggressiven Kaufverhalten, das früher im Jahr zu beobachten war.
Auch die Spekulation mit Hebelprodukten ist deutlich zurückgegangen. Das Gesamtvermögen in gehebelten ETFs ist seit dem Höchststand im Juni um mehr als 60 Milliarden Dollar gesunken. Bei Technologie-ETFs beträgt der Rückgang rund 40 Prozent, bei chipnahen Fonds sogar 55 Prozent.
Unterdessen ist der Wert des weltweiten Halbleitersektors um rund 1,5 Billionen Dollar geschrumpft. Damit steht die Branche inzwischen für etwa 16 Prozent des S&P 500, nach knapp 20 Prozent zu Beginn des Jahres.
Rubner zufolge richtet sich der Fokus der Anleger nun wieder stärker auf fundamentale Entwicklungen. Die Erwartungen an das Gewinnwachstum der Unternehmen im S&P 500 sind während der Berichtssaison kräftig gestiegen. Analysten rechnen inzwischen mit einem Gewinnplus von rund 45 Prozent im zweiten Quartal, nachdem zu Beginn der Saison noch 22,4 Prozent erwartet worden waren.
Damit zählt die aktuelle Berichtssaison nach Einschätzung von Citadel zu den stärksten außerhalb von Phasen, in denen sich die Wirtschaft von einer Rezession erholt.
Rubner bleibt daher für die mittlere Frist zuversichtlich. Die wichtigsten Stützen des aktuellen Bullenmarkts seien weiter intakt, darunter die breite Beteiligung von Privatanlegern, die anhaltenden Zuflüsse in passive Fonds und die starke Nachfrage nach Aktien durch die Unternehmen selbst.
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