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China scheint sich auf zusätzliche Stützungsmaßnahmen vorzubereiten, um die schwächelnde Wirtschaft zu unterstützen. Analysten weisen darauf hin, dass der Druck der US-Zölle nun spürbar zu werden beginnt.
Die chinesische Wirtschaft hat mit Gegenwind in der Industrie, im Immobiliensektor und am Arbeitsmarkt zu kämpfen. Laut Duncan Wrigley, Chefökonom für China bei Pantheon Economics, scheinen die Zölle der Vereinigten Staaten „nun wirklich zu greifen“. Er führt aus, dass China Stützungsmaßnahmen bewusst zurückgehalten habe, um sie einzusetzen, wenn die Exporte spürbar nachlassen.
Auch Rob Subbaraman von Nomura erwartet eine schnelle Reaktion: „China wird sehr wahrscheinlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres mit neuen Stützungsmaßnahmen kommen.“
Die chinesische Zentralbank (PBOC) lockerte zuletzt im Mai ihre Politik durch Zinssenkungen und niedrigere Mindestreserveanforderungen für Banken. Dennoch bleiben Anzeichen einer sich verlangsamenden Wirtschaft sichtbar.
Bemerkenswerterweise erreichten die Börsen von Shanghai und Shenzhen früher in diesem Monat einen Rekordwert von fast 96 Billionen Yuan, umgerechnet über 13 Billionen US-Dollar. Der Anstieg ist vor allem auf starke Zuflüsse in Börsenfonds durch Privatanleger und auf Unterstützung durch die sogenannten National‑Team‑Investoren zurückzuführen, staatsnahe Akteure, die den Markt stabilisieren.

Ein wichtiger Akteur ist Central Huijin Investment, ein Teil des Staatsfonds China Investment Corporation, der inzwischen über 1,3 Billionen US-Dollar verwaltet. Diese Investoren konzentrieren sich vor allem auf breite Börsenfonds und weniger auf Einzelaktien.
Gleichzeitig verkauft China US-Staatsanleihen und gehört damit nicht länger zu den größten ausländischen Haltern von US-Staatspapieren. Das weist darauf hin, dass Peking sich auf eine lang anhaltende Phase von Spannungen mit den USA vorbereitet.
Die Entwicklungen in China könnten sich auch auf den Bitcoin-Kurs auswirken. Grob sind zwei Szenarien denkbar:
Kommt China tatsächlich mit einem umfangreichen Stützungspaket, könnte dies weltweit zu mehr Liquidität führen. Das würde nicht nur Aktien, sondern auch Assets wie Bitcoin stützen. In diesem Fall könnte der Bitcoin-Kurs von einer breiteren Risikobereitschaft der Anleger profitieren.
Sollte sich die wirtschaftliche Lage in China weiter verschlechtern und zu Unsicherheit an den Märkten führen, könnte dies hingegen Kapitalflucht auslösen. Anleger würden dann eher zu sicheren Häfen wie dem US-Dollar und Gold greifen. In diesem Szenario könnte der Bitcoin-Kurs aufgrund nachlassender Risikobereitschaft unter Druck geraten. Obwohl Bitcoiner die digitale Währung als sicheren Hafen ansehen, teilt der Markt diese Auffassung im Allgemeinen noch nicht.
In welche Richtung sich der Markt bewegt, hängt maßgeblich vom Zeitpunkt und Umfang der chinesischen Stützungsmaßnahmen sowie von der weiteren Reaktion der Vereinigten Staaten ab.
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