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Binance-Mitgründer Changpeng Zhao (CZ) geht davon aus, dass Bitcoin (BTC) in einem kommenden Bullenmarkt größer werden könnte als Gold. Gemeint ist die gesamte Marktkapitalisierung. Auf Basis der aktuellen Zahlen wäre dafür allerdings ein außergewöhnlich starker Kursanstieg nötig.
Alle Bitcoin zusammen sind derzeit rund 1,58 Billionen Dollar wert. Der World Gold Council schätzt den Wert des gesamten oberirdischen Goldbestands auf etwa 31 Billionen Dollar. Bitcoin müsste seinen Marktwert also nahezu verzwanzigfachen, um Gold vollständig einzuholen.
Derzeit sind rund 20,08 Millionen BTC im Umlauf. Bleibt der Goldmarkt bei 31 Billionen Dollar, entspräche eine gleich große Bitcoin-Marktkapitalisierung einem Kurs von etwa 1,54 Millionen Dollar je BTC.
Ausgehend vom aktuellen Kurs von rund 79.000 Dollar wäre das ein Kursanstieg von etwa 1.850 Prozent. Sollte der Goldpreis in den kommenden Jahren allerdings fallen, müsste Bitcoin entsprechend weniger stark zulegen.
CZ selbst spricht von einem Goldmarkt, der etwa zehnmal so groß ist. Der Unterschied dürfte darauf zurückgehen, dass nur der investierbare Teil des Goldmarkts berücksichtigt wird. Der World Gold Council beziffert dieses Segment auf rund 15 Billionen Dollar. Um allein diesen Teil zu erreichen, müsste Bitcoin in Richtung 750.000 Dollar steigen.
Selbst das wäre innerhalb eines einzigen Bullenmarkts eine außergewöhnliche Bewegung. Wichtig ist zudem: Bitcoin bräuchte dafür nicht im wörtlichen Sinne Zuflüsse von Dutzenden Billionen Dollar. Die Marktkapitalisierung ergibt sich aus dem zuletzt gehandelten Preis multipliziert mit allen im Umlauf befindlichen Coins. Schon eine vergleichsweise kleinere Kaufnachfrage kann den Preis und damit den gesamten Marktwert stark erhöhen.
Der Vergleich zwischen Gold und Bitcoin beruht vor allem auf dem sogenannten Debasement Trade. Anleger suchen dabei nach knappen Vermögenswerten, wenn sie fürchten, dass hohe Staatsschulden, Inflation und lockere Geldpolitik die Kaufkraft klassischer Währungen schwächen. Diese Anlagethese hat zuletzt sowohl Gold als auch Bitcoin gestützt.
Die beiden Vermögenswerte haben klare Gemeinsamkeiten. Beide sind knapp, stellen keine Forderung gegenüber einem Unternehmen oder Staat dar und dienen als Wertaufbewahrungsmittel.
Die Unterschiede sind jedoch ebenfalls erheblich. Gold blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück und spielt in den Reserven der Zentralbanken eine wichtige Rolle. Bitcoin existiert erst seit 2009, ist deutlich volatiler und besitzt diesen Status bei Staaten bislang kaum.
Bitcoin hat dagegen eine harte Obergrenze von 21 Millionen Coins und lässt sich weltweit binnen Minuten digital übertragen.
Um Gold im kommenden Bullenmarkt tatsächlich zu überholen, müsste Bitcoin allerdings nicht nur private und institutionelle Anleger anziehen. Nötig wäre auch ein grundlegender Wandel: Staaten und große Vermögensverwalter müssten Bitcoin zunehmend als Reserveanlage behandeln. Das macht CZs Prognose für einen einzigen Bullenmarkt vorerst äußerst ambitioniert.
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