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Der insolvente Kryptokreditgeber Celsius Network hat die Kryptobörse BitMEX verklagt und fordert knapp 500 Millionen Dollar. Im Mittelpunkt stehen Tausende Bitcoin (BTC), die während des massiven Markteinbruchs im März 2020 automatisch liquidiert wurden.

Celsius wirft BitMEX vor, sein Liquidationssystem so ausgestaltet zu haben, dass die Plattform selbst von Zwangsliquidationen profitierte. Das Unternehmen will deshalb 6.360 BTC zurückholen, die derzeit rund 495 Millionen Dollar wert sind.

Die Vorwürfe sind bislang nicht belegt. Die Klage kommt zudem kurz bevor BitMEX am 23. September den Handel einstellt.

Celsius verlor während des Corona-Crashs Tausende Bitcoin

Der Fall geht auf den massiven Markteinbruch im März 2020 zurück. Am 12. März verlor Celsius laut Klageschrift auf einen Schlag 1.325 BTC, nachdem eine Position auf BitMEX automatisch geschlossen worden war.

Einen Tag später traf es den Investmentfonds JST. Der Fonds verlor auf BitMEX 5.034 BTC. JST erteilte Celsius später die Zustimmung, auch diesen Verlust in die Klage einzubeziehen. Insgesamt versucht Celsius damit nun, rund 6.360 BTC zurückzubekommen.

Beide Akteure hatten auf einen steigenden Bitcoin-Kurs gesetzt. Während des Corona-Crashs geschah jedoch das Gegenteil. BTC brach stark ein, die Sicherheiten reichten nicht mehr aus, und BitMEX schloss die Positionen automatisch.

Nach Darstellung von Celsius handelte es sich dabei jedoch nicht um gewöhnliche Liquidationen. Der Kryptokreditgeber wirft BitMEX vor, sein System so konstruiert zu haben, dass die Plattform selbst profitierte, wenn Kundenpositionen zwangsweise geschlossen wurden.

Celsius wirft BitMEX unfaire Liquidationen vor

Nach Angaben von Celsius kontrollierte BitMEX sowohl das System, das über die Liquidation von Kunden entschied, als auch den Versicherungsfonds, der durch diese Liquidationen wachsen konnte.

Dadurch sei laut Klage ein Interessenkonflikt entstanden. Celsius behauptet, BitMEX habe sein System bewusst so eingerichtet, dass Kundensicherheiten liquidiert wurden und die Plattform davon profitierte.

„BitMEX habe seine Plattform und die Liquidationsverfahren gezielt so ausgestaltet, dass Kundensicherheiten liquidiert und die eigenen Kunden betrogen wurden“, heißt es in der Klageschrift.

Ob es tatsächlich dazu kam, ist offen. Die Vorwürfe sind nicht bewiesen, ein Gerichtsurteil liegt noch nicht vor.

Celsius ging selbst hohe Risiken ein

Der Fall legt zugleich erneut die Handelsrisiken von Celsius offen. Vor der Insolvenz im Jahr 2022 stellte der Kryptokreditgeber seine Strategien als vergleichsweise sicher dar und sprach unter anderem von Handelsansätzen, bei denen Kursrisiken möglichst begrenzt würden.

Aus späteren Insolvenzunterlagen ging jedoch hervor, dass Celsius auch hochspekulative Strategien mit Derivaten und anderen Kryptoassets einsetzte.

Die Position auf BitMEX passt in dieses Bild. Celsius setzte auf einen Bitcoin-Kurs, der stabil bleiben oder weiter steigen sollte. Während des Corona-Crashs geschah genau das Gegenteil, wodurch die Position liquidiert wurde.

Für BitMEX ist es inzwischen die zweite Klage, seit die Kryptobörse im Juli angekündigt hatte, ihre Aktivitäten abzubauen. Am 23. September stellt die Plattform den Handel ein.

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