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CATL will nicht länger nur als größter Hersteller von Batterien für Elektroautos wahrgenommen werden. Der chinesische Batteriekonzern richtet den Blick zunehmend auf neue Märkte. Im Mittelpunkt stehen derzeit vor allem KI-Rechenzentren, Stromnetze, Schiffe, Lastwagen, Bergwerke, Häfen und Fabriken.
Das markiert einen wichtigen strategischen Kurswechsel. CATL kontrolliert bereits rund 40 Prozent des Weltmarkts für EV-Batterien. Dieser Markt stand im vergangenen Jahr für etwa drei Viertel des Umsatzes von 61,4 Milliarden Dollar. Doch der Konzern rechnet damit, dass die nächste Wachstumswelle nicht allein von Pkw ausgehen wird.
KI, Elektrifizierung und Energiewende erfordern immer größere Batteriekapazitäten.

Vor allem KI-Rechenzentren entwickeln sich zu einem attraktiven Wachstumsmarkt. Rechenzentren benötigen enorme Strommengen und müssen rund um die Uhr laufen. Dadurch steigt die Nachfrage nach großen Batteriespeichern, die Stromnetze stabilisieren, Lastspitzen abfedern und Versorgungssicherheit gewährleisten können.
In Xiamen testet CATL deshalb neue Batteriesysteme unter Extrembedingungen. Dazu zählen Hitze, Hochspannung und sogar simulierte Blitzeinschläge.
Eine Autobatterie muss nicht dasselbe leisten wie ein Batteriecontainer, der ein Rechenzentrum, einen Hafen oder ein Stromnetz absichern soll. Sobald Batterien Teil großer Energiesysteme werden, gewinnen Zuverlässigkeit, Sicherheit und Skalierbarkeit deutlich an Bedeutung.
CATL hält inzwischen rund 30 Prozent des Markts für Batterie-Energiespeichersysteme. Strategisch ist das wichtig, weil dieser Markt durch KI und erneuerbare Energien schnell wächst. Solar- und Windenergie brauchen Speicher, um verlässlicher zu werden. Rechenzentren benötigen Reservekapazitäten. Und die Schwerindustrie sucht nach Wegen, ihre Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle zu verringern.
Deshalb investiert CATL nicht nur in Batterien, sondern auch in Infrastruktur. Der Konzern arbeitet an Batteriewechselstationen für elektrische Lastwagen und Schiffe. CATL-Batterien kommen inzwischen bereits auf fast 1.000 Wasserfahrzeugen zum Einsatz, vor allem auf kleineren Schiffen entlang der chinesischen Küste, in Häfen und auf Flüssen.
Das Wachstum ist bereits sichtbar. In der ersten Jahreshälfte stieg der Umsatz von CATL um 55 Prozent auf 277 Milliarden Yuan. Der Nettogewinn legte um 42 Prozent auf 43,3 Milliarden Yuan zu, gestützt durch die starke Nachfrage nach Energiespeichern.
Gleichzeitig gewinnt CATL geopolitisch an Bedeutung. Washington blickt mit Misstrauen auf den chinesischen Batterieriesen, während Peking seinerseits fürchtet, dass Batterietechnologie ins Ausland abfließt.
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