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Südkorea wollte die Lage am Aktienmarkt beruhigen, hat vorerst aber das Gegenteil erreicht. Nachdem die Aufseher den Handel mit Hebelprodukten auf Samsung Electronics und SK Hynix eingeschränkt hatten, verlagerten Privatanleger ihr Kapital in großem Stil in kleinere Aktien.
Die Folge ist eine spektakuläre Rally. Der Kosdaq, der südkoreanische Börsenindex für kleinere Wachstumsunternehmen, ist seit seinem Tief vom 30. Juli um rund 35 Prozent gestiegen. Am Montag kamen innerhalb eines Handelstages weitere 6,8 Prozent hinzu.

Der Eingriff sollte die extreme Volatilität bei chipbezogenen Hebel-ETFs eindämmen. Privatanleger mussten für Produkte, die an Samsung Electronics und SK Hynix gekoppelt waren, höhere Liquiditätspuffer vorhalten. Damit wollten die Aufseher die Spekulation bremsen.
Doch die Anleger hörten nicht auf zu spekulieren. Sie suchten sich lediglich ein anderes Spielfeld. Kapital floss aus den beliebten Chip-Hebelprodukten ab und in Richtung Kosdaq, wo kleinere Aktien deutlich stärkere Ausschläge zeigen können. Analysten von Shinhan Securities zufolge kehren rendite- und volatilitätsorientierte Privatanleger nun in Small Caps zurück.
Das erklärt die auffällige Divergenz zwischen Kosdaq und Kospi.
Der Kosdaq erlebt gegenüber dem Kospi seine stärkste Phase seit der Dotcom-Blase. Während der Kospi in den vergangenen Tagen nachgab, zog der Small-Cap-Index kräftig an. Das ist bemerkenswert, weil der breitere südkoreanische Markt zuletzt durch die KI-Korrektur erheblich unter Druck geraten war.
Der Kospi verlor vom Hoch im Juni bis zum Tief Ende Juli fast 40 Prozent. Zwangsverkäufe und der Abbau von Wertpapierkrediten beschleunigten den Rückgang. Auch Hebelprodukte auf SK Hynix gerieten massiv unter Druck. Einige Produkte fielen um Dutzende Prozent, sodass die Aufseher einräumen mussten, dass diese Strukturen die Marktschwankungen verstärkt hatten.
Doch mit den strengeren Regeln wurde das Feuer nicht gelöscht. Es verlagerte sich nur.
Südkoreanische Privatanleger sind für ihre Vorliebe für schnelle, volatile Trades bekannt. Das zeigte sich zuvor bei Kryptowährungen, bei Chipaktien und nun erneut bei Small Caps. Auf dem Höhepunkt der KI-Panik war Bitcoin (BTC) zeitweise sogar ruhiger als der südkoreanische Aktienmarkt.
Die aktuelle Rally im Kosdaq wirkt daher weniger wie eine klassische fundamentale Neubewertung, sondern eher wie ein neues Ventil für spekulatives Kapital. Das macht die Bewegung stark, aber auch anfällig.
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