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Der Goldpreis ist binnen einer Woche um mehr als 8 Prozent gefallen und hat damit seine gesamte „Bessent-Rally“ wieder abgegeben. Bitcoin (BTC) profitierte ebenfalls von den Maßnahmen des US-Finanzministers, hat bislang aber nur einen kleinen Teil dieses Kursanstiegs eingebüßt.

Droht Bitcoin nun ebenfalls ein größerer Rücksetzer?

Gold ist Bitcoin erneut einen Schritt voraus

Gold lief Bitcoin beim kräftigen Kursanstieg voraus – und gibt nun auch als Erstes der beiden Assets nach.

  • Gold ist seit dem Hoch vom 25. August um 8,81 Prozent gefallen: von rund 4.700 Dollar, dem höchsten Stand seit dem 14. Mai, auf ein heute erreichtes Tief von 4.282 Dollar.
  • Bitcoin ist seit dem Hoch vom 28. August um 6,30 Prozent gefallen: von 81.500 Dollar, dem höchsten Stand seit dem 15. Mai, auf ein heutiges Tief von 76.300 Dollar.

Bitcoin nähert sich damit an, doch normalerweise ist die Kryptowährung deutlich volatiler. Das ist nachvollziehbar, weil der Gesamtwert von Bitcoin nur gut ein Neunzehntel des Goldmarkts beträgt. Der Marktwert aller Bitcoin liegt bei 1,55 Billionen Dollar, während der oberirdische Goldbestand rund 30,4 Billionen Dollar wert ist.

Der 19. August war für beide Märkte ein sehr guter Tag. Auslöser war die Mitteilung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen zu verdoppeln. Die Ankündigung folgte auf einen Anstieg der Rendite dreißigjähriger US-Anleihen auf den höchsten Stand seit 2007.

Nicht der Betrag selbst, sondern vor allem das damit verbundene Signal sorgte für einen deutlichen Rückgang der langen Renditen. Je niedriger die Renditen solcher „sicheren“ Anlagen ausfallen, desto geringer sind die Opportunitätskosten zinsloser Anlagen wie Gold und Bitcoin.

Die Renditen erholten sich zwar rasch, doch Bitcoin und Gold stiegen weiter, weil das grundlegende Schuldenproblem wieder in den Mittelpunkt rückte. Die USA geben verstärkt kurzlaufende Schuldtitel aus, um länger laufende Anleihen zurückzukaufen – und am Ende zu niedrigeren Zinsen erneut mehr Schulden aufzunehmen.

Die US-Staatsverschuldung steigt seit Jahrzehnten kräftig, getrieben von anhaltenden Haushaltsdefiziten. Dadurch verliert der Dollar zunehmend an Kaufkraft; knappe Anlagen wie Gold und Bitcoin gelten Anlegern als Absicherung.

Bessent versuchte anschließend mehrfach, den Anleihemarkt zu beruhigen. Zudem wurde bekannt, dass möglicherweise das Kassenkonto der Regierung genutzt werden könnte, um weitere Rückkäufe zu finanzieren.

Doch die langen Renditen steigen weiter. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen liegt inzwischen sogar wieder über dem Niveau von vor dem 19. August. Dazu tragen auch die steigenden Ölpreise infolge des erneut eskalierenden Iran-Kriegs bei.

Bitcoin-Kurs an der Schwelle zu einer größeren Korrektur

Der Goldpreis erreichte heute den niedrigsten Stand seit dem 6. August. Die gesamte Bessent-Rally ist damit aufgezehrt. Bitcoin notiert dagegen noch immer fast 20 Prozent höher.

Heute war bereits zu lesen, dass der Kurs der größten Kryptowährung eine wichtige Linie verloren hat. Er ist nach unten aus einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausgebrochen und steht nun auf der Kippe. Gelingt keine rasche Rückkehr über die weiße Linie, könnte der Kurs in Richtung 72.000 Dollar fallen.

Bitcoin könnte auf 72.000 Dollar fallen, wenn der Kurs nicht bald über die weiße Linie steigt.
Bitcoin könnte auf 72.000 Dollar fallen, wenn der Kurs nicht bald über die weiße Linie steigt. – Quelle: TradingView

Für Gold und Bitcoin wird der Freitag wichtig, wenn der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht wird. Fallen die Zahlen schwach aus, dürfte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in diesem Monat deutlich sinken. Das würde den Dollar belasten und zugleich Gold und Bitcoin stützen.

Sollte Bitcoin wie schon während der Rally stärker reagieren als Gold, könnte von diesem Niveau aus noch eine deutliche Korrektur bevorstehen.

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