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Der Krypto-Winter trifft Unternehmen hart, die Bitcoin (BTC) in der Bilanz halten. Die Aktionäre des britischen Unternehmens Satsuma Technology haben in dieser Woche beschlossen, alle Bitcoins zu verkaufen und die Börsennotierung zu beenden.
Die Liste der Verkäufe scheint von Woche zu Woche länger zu werden.
Mehr als 90 Prozent der Satsuma-Aktionäre stimmten am Montag für den Verkauf der letzten 668 Bitcoins, die zusammen rund 43,5 Millionen Dollar wert sind, umgerechnet etwa 40 Millionen Euro. Bemerkenswert: Vier der sechs Vorstandsmitglieder waren dagegen, doch Großinvestoren wie Pantera Capital setzten die Abstimmung durch.
Satsuma hatte im vergangenen August noch 218 Millionen Dollar eingesammelt und dafür 1.097 Bitcoins zu durchschnittlich rund 115.000 Dollar je Coin gekauft. Bei einem Bitcoin-Kurs von inzwischen unter 68.000 Dollar ist daraus eine kostspielige Entscheidung geworden.
Die Aktie verlor mehr als 99 Prozent ihres Werts, die Marktkapitalisierung fiel sogar unter den Wert des eigenen Bitcoin-Bestands. Für Anleger stellte sich damit die Frage, weshalb sie überhaupt noch die Aktie kaufen sollten.
Bereits im Dezember hatte das Unternehmen 579 Coins verkauft, um Schulden zu tilgen. Die Aktionäre müssen hohe Verluste hinnehmen: Von ihrer ursprünglichen Einlage erhalten sie voraussichtlich nur noch rund 30 Millionen Pfund zurück. Die Notierung in London endet Mitte September.
Satsuma ist nur der jüngste Fall in einer langen Reihe. Die Bitcoin-Miner MARA, Riot, Core Scientific, Bitdeer und Cango verkauften im ersten Quartal zusammen mehr als 32.000 Bitcoins – das größte Quartalsvolumen überhaupt. Allein der größte Verkäufer MARA trennte sich von mehr als 15.000 Coins für rund 1,1 Milliarden Dollar.
Der fallende Bitcoin-Kurs hat ihre Margen deutlich schrumpfen lassen, während Schulden bedient werden müssen und viele ihr Kapital lieber in KI-Rechenzentren stecken.
Andere Unternehmen gerieten durch Gläubiger unter Druck. Das französische Unternehmen Sequans und die in Singapur ansässige Genius Group verkauften ihren gesamten Bestand, um Kredite zurückzuzahlen. Wieder andere, darunter Empery Digital und Bitfarms, tauschen Bitcoin gegen Investitionen in KI-Rechenzentren.
Der gemeinsame Nenner ist die sogenannte mNAV, also das Verhältnis zwischen Marktkapitalisierung und Wert des Bitcoin-Bestands. Solange sie über 1 liegt, können Unternehmen neue Aktien ausgeben, um zusätzliche Coins zu kaufen. Bei einem Drittel dieser Unternehmen ist diese Kennzahl unter 1 gefallen. Damit versiegt diese Finanzierungsquelle.
Selbst das Unternehmen, dem viele einen Verkauf lange nicht zugetraut hatten, hat zuletzt Bitcoin abgestoßen. Michael Saylors Strategy , der größte börsennotierte Bitcoin-Halter mit mehr als 843.000 Bitcoins, hat in den vergangenen Wochen 3.620 Bitcoins für insgesamt gut 137 Millionen Dollar verkauft.
Die Erlöse wurden verwendet, um Dividenden auf Vorzugsaktien zu zahlen. Zugleich hat das Unternehmen seit vier Wochen keine neuen Bitcoins mehr gekauft, obwohl es durch die Ausgabe von Stammaktien knapp 700 Millionen Dollar eingesammelt hat. Das Geld fließt in die Liquiditätsreserve, die inzwischen 3 Milliarden Dollar umfasst, und soll das Vertrauen in die Kreditprodukte stärken.
Brisant ist ein Detail: Der durchschnittliche Verkaufspreis von rund 60.000 Dollar liegt deutlich unter dem eigenen Einstandskurs von knapp 76.000 Dollar. Saylor hat allerdings betont, dass das Unternehmen weiterhin stets mehr Bitcoins kaufen als verkaufen werde. Die aktuellen Schritte sollen vielmehr ermöglichen, später wieder in größerem Umfang zuzukaufen.
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