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Die US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs haben die zweite Woche in Folge netto Kapital angezogen, nachdem Anleger zuvor fast zwei Monate lang in großem Stil ausgestiegen waren. Die 13 Fonds verzeichneten in der vergangenen Woche zusammen Zuflüsse von 75,7 Millionen US-Dollar, nach 197,4 Millionen US-Dollar eine Woche zuvor.
Diese Erholung ist bemerkenswert, weil Anleger am Montag, als die Spannungen zwischen den USA und Iran erneut eskalierten, noch 424,7 Millionen US-Dollar aus den Fonds abzogen.
Zwei Wochen mit positiven Zuflüssen machen noch keinen Trend. Dennoch sehen Analysten den Umschwung nach acht Wochen mit Abflüssen in Folge als erstes konkretes Signal dafür, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Einige sprechen deshalb vorsichtig von einer möglichen Bodenbildung beim Bitcoin-Kurs.
Nach Einschätzung von Richard Galvin haben sich die Kapitalströme in Bitcoin-ETFs zu einem wichtigen Gradmesser für die Marktstimmung entwickelt. Gerade deshalb wertet er den jüngsten Umschwung positiv. „Für mich deutet das auf eine Bodenbildung hin. Nach acht Wochen mit Abflüssen in Folge ist eine Wende, die sich nun zwei Wochen nacheinander bestätigt, ein positives Signal.“
Auch der Bitcoin-Kurs scheint dieses Bild vorerst zu stützen. Bitcoin (BTC) notiert wieder über dem 200-Wochen-Durchschnitt von rund 63.300 US-Dollar. Viele Analysten betrachten diese Marke als Trennlinie zwischen einem länger anhaltenden Abwärts- und Aufwärtstrend.
Trotz neuer US-Angriffe auf Iran stieg der Kurs im asiatischen Handel am Montag kurzzeitig über 65.000 US-Dollar. Zugleich bewegt sich Bitcoin seit Wochen weitgehend in einer Spanne zwischen 60.000 und 65.000 US-Dollar.
Für eine endgültige Trendwende ist es dennoch zu früh. Die Zuflüsse von rund 273 Millionen US-Dollar in den vergangenen zwei Wochen fallen im Vergleich zu den Milliardenbeträgen, die in den vergangenen Monaten aus den Bitcoin-ETFs abgeflossen sind, relativ gering aus. Die kommenden Wochen müssen zeigen, ob Anleger auch bei anhaltender makroökonomischer Unsicherheit weiter Kapital in die Fonds investieren.
Für den Bitcoin-Kurs bleiben dennoch erhebliche Risiken bestehen. Damien Loh von Ericsenz Capital zufolge könnte die anhaltende Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve institutionelle Anleger vorerst an der Seitenlinie halten.
Die Spannungen zwischen den USA und Iran wirken dabei vor allem indirekt. Sollte der Konflikt die Inflation weiter antreiben und die Zinsen länger hoch bleiben oder sogar weiter steigen, würde das riskante Anlagen wie Bitcoin belasten.
Gleichzeitig sieht Loh auch einen möglichen Impulsgeber. Sollte der US-Kongress den lange erwarteten Clarity Act noch vor der Sommerpause verabschieden, könnte das für mehr Klarheit bei der Regulierung der Kryptobranche sorgen.
Diese größere Rechtssicherheit könnte dem Bitcoin-Kurs seiner Ansicht nach neuen Schub geben. Ob der Gesetzentwurf rechtzeitig angenommen wird, ist jedoch offen, da er seit Monaten Gegenstand politischer Debatten ist.
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