Blockchain-Forscher ZachXBT hat eine neue Form von Krypto-Betrug aufgedeckt, die seiner Meinung nach weit über einfache Pump-and-Dump-Manöver hinausgehen könnte.
In einer neuen Analyse beschreibt er, wie ein koordiniertes Netzwerk von Social-Media-Konten Angst vor Krieg und Geopolitik nutzte, um Investoren zu obskuren Tokens zu lenken. Seine Warnung ist eindeutig: Wenn kleine Betrüger dies organisieren können, was geschieht dann, wenn ein staatlicher Akteur dieselbe Taktik einsetzt?
Fortgeschrittene Täuschung mit Künstlicher Intelligenz
Laut der Untersuchung nutzte eine Gruppe von mehr als zehn Konten künstlich erzeugte Personas und gekaufte Profile mit bestehenden Followern. Diese Konten veröffentlichten täglich sensationelle Beiträge über militärische Eskalationen und politische Spannungen.
Durch systematisches Zitieren und Teilen gelang es ihnen, Millionen Nutzer zu erreichen. Sobald genug Aufmerksamkeit erzeugt war, schwenkte das Netzwerk auf die Promotion eines bestimmten Memecoins um. Am 22. Februar sollen alle beteiligten Konten gleichzeitig den Token ORAMAMA beworben haben. Kurz danach verschwanden die Beiträge und das Projekt wurde nicht mehr erwähnt.
Anhand von Blockchain-Daten schätzt ZachXBT, dass die Operation Gewinne im sechsstelligen Bereich einbrachte. Auffälliges Detail: Nachdem die Analyse veröffentlicht wurde, blockierten alle beteiligten Konten ihn nahezu gleichzeitig, ein Hinweis darauf, dass die Kontrolle wahrscheinlich bei einer einzigen Partei lag.
Angst als Marketingstrategie
Die Vorgehensweise ist laut dem Forscher relativ einfach, aber effektiv. Durch die Ausnutzung geopolitischer Spannungen und die Verbreitung von Fake News schaffen Betrüger ein Umfeld der Unsicherheit, in dem Investoren schneller irrationale Entscheidungen treffen.
Der Einsatz von KI erleichtert es zudem, glaubwürdige Profile zu erstellen und Inhalte in großem Maßstab zu produzieren. Dadurch wird es für normale Nutzer immer schwieriger, echte Informationen von Manipulationen zu unterscheiden.
Die Warnung: Größer denken als bei Krypto-Betrug
Der besorgniserregendste Aspekt der Angelegenheit ist laut ZachXBT nicht der finanzielle Schaden, sondern das potenzielle geopolitische Risiko. Würde ein national organisierter Akteur diese Taktiken anwenden, könnte die Wirkung weitaus größer sein. Man denke an groß angelegte Desinformationskampagnen, die Märkte destabilisieren oder Investoren massenhaft in eine bestimmte Richtung lenken.
Er plädiert daher für eine strengere Durchsetzung durch Plattformen und mehr rechtliche Konsequenzen für organisierte Manipulationen. Gleichzeitig ruft er Nutzer dazu auf, kritischer gegenüber Konten zu sein, die plötzlich viral gehen mit extremen Behauptungen über Krieg, Politik oder finanzielle Panik.
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