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Bitcoin-Verfechter Arthur Hayes schlägt erneut Alarm. Nach Ansicht des früheren BitMEX-Chefs könnte ein Teil der US-Versicherungsbranche deutlich anfälliger sein, als Anleger vermuten. Der Grund liege in komplexen Rückversicherungsstrukturen und dem wachsenden Engagement in Schuldtiteln rund um KI-Rechenzentren.
Hayes geht sogar so weit, zu behaupten, große US-Versicherer könnten technisch insolvent sein, wenn bestimmte Verpflichtungen zu realistischen Marktwerten angesetzt würden. Das ist eine weitreichende These. Und bislang vor allem eine Theorie.
Hayes stützt sich unter anderem auf Recherchen des forensischen Wirtschaftsprüfers Thomas Gober. Demnach hätten große US-Versicherer rund 1,54 Billionen Dollar an Rückversicherungen bei nahestehenden Parteien platziert, während ihnen 657 Milliarden Dollar an eigenem Kapitalpuffer gegenüberstehen.
Der Analyse zufolge wären 29 der 30 größten Versicherer technisch unterkapitalisiert, wenn diese Rückversicherungen vollständig ausgeklammert würden. Bei drei untersuchten Strukturen in Vermont stünden jedem Dollar an zugesagter Deckung lediglich 3,7 Cent an tatsächlichen Vermögenswerten gegenüber.
Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Versicherer zahlungsunfähig sind. Solange Verpflichtungen erfüllt werden und die Vermögenswerte ihren Wert halten, können solche Konstruktionen funktionieren. Das Risiko entsteht, wenn die zugrunde liegenden Anlagen plötzlich stark an Wert verlieren.
Hier kommt der KI-Boom ins Spiel. Versicherer sind Hayes zufolge zu immer größeren Käufern von Schuldtiteln geworden, mit denen Rechenzentren und andere KI-Infrastruktur finanziert werden.
Solange Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und andere Hyperscaler immer mehr Rechenleistung benötigen, muss das kein Problem sein. Doch was passiert, wenn sich die KI-Investitionen verlangsamen?
Dann könnten Rechenzentren an Wert verlieren, Schulden abgeschrieben werden und Versicherer plötzlich mehr Kapital benötigen.
Hayes zieht eine Parallele zu 2008. Nicht, weil KI-Rechenzentren mit US-Hypotheken gleichzusetzen wären, sondern weil finanzielle Risiken über komplexe Strukturen verteilt werden können und erst sichtbar werden, wenn die Preise fallen.
Für Hayes laufen beide möglichen Szenarien am Ende auf denselben Punkt hinaus. Entweder lässt die Regierung Versicherer scheitern, mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen, oder die Politik greift mit Liquidität und Stützungsmaßnahmen ein.
Er rechnet mit Letzterem. Zusätzliche Liquidität wäre seiner Argumentation zufolge letztlich positiv für Bitcoin (BTC), weil dadurch schlicht mehr US-Dollar in Umlauf kämen, während sich an der Obergrenze von 21 Millionen BTC nichts ändern würde.
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