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Google fehlen seit Monaten Rechenkapazitäten, nun scheint der Konzern an einer eigenen Lösung zu arbeiten. Die Alphabet-Aktie legte am Montag deutlich zu, nachdem berichtet wurde, dass der Technologieriese sein KI-Modell Gemini in einen eigenen Chip integrieren will. Ein solcher Chip könnte erheblich energieeffizienter arbeiten als die bisherige Hardware.
Damit verschärft Google den Wettbewerb mit dem Chipmarktführer Nvidia. Die Nachricht kommt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie positive Impulse gut gebrauchen konnte.
Die Aktie von Alphabet, dem Mutterkonzern von Google, liegt heute 3,55 Prozent im Plus. Vorbörslich hatte der Titel am Morgen bereits um rund 1 Prozent zugelegt, der weitere Anstieg hängt vor allem mit der Nachricht über den eigenen Chip zusammen.

Die Aktie notiert derzeit bei rund 358 Dollar. Damit steht für 2026 wieder ein Plus von etwa 11 Prozent zu Buche.
Nach Informationen des Techportals The Information arbeitet Google an einem Serverchip mit dem Codenamen Frozen v2. Normalerweise läuft ein KI-Modell als Software auf separaten Chips. Google will dagegen Teile von Gemini dauerhaft in den Chip integrieren.
Daher auch der Codename: Das Modell wird gewissermaßen eingefroren. Dadurch sinkt der Rechenaufwand deutlich, weil der Chip erheblich weniger Daten bewegen muss.
Ingenieure von Google erwarten, dass der Chip pro Stromeinheit 6- bis 10-mal mehr Token verarbeiten kann als die aktuellen Chips des Unternehmens. Token sind die Textbausteine, mit denen ein KI-Modell rechnet. Die Markteinführung ist für 2028 geplant.
Der Chip soll vor allem einen akuten Engpass bei der Rechenleistung entschärfen. Google Cloud musste deshalb bereits Kunden abweisen, zudem zahlt der Konzern SpaceX rund 920 Millionen Dollar pro Monat für zusätzliche Kapazitäten.
Der Ansatz hat allerdings eine klare Einschränkung: Der Chip wird nur mit Gemini-Modellen funktionieren, die auf derselben Architektur basieren. Ein Google-Sprecher dämpfte deshalb die Erwartungen: „Nicht aus jedem Laborprojekt wird ein kommerzielles Produkt.“
Technologieunternehmen entwickeln eigene KI-Chips, weil sie ihre Abhängigkeit von Nvidia verringern wollen. Der Chipkonzern kontrolliert rund 80 Prozent des Marktes für KI-Chips und kann für seine Hardware hohe Preise verlangen. Ein eigener Chip ist günstiger und besser auf das jeweilige KI-Modell abgestimmt.
Google ist in diesem Rennen seit Jahren weit vorn. Der Konzern stellte 2016 als erster großer Technologiekonzern einen eigenen KI-Chip vor: die Tensor Processing Unit (TPU), einen speziell für KI-Aufgaben entwickelten Prozessor. Im Mai erschien mit Ironwood die achte Generation, zu deren wichtigsten Kunden das KI-Unternehmen Anthropic zählt.
Dieser Vorsprung beginnt sich auszuzahlen. Die Investmentbank Wells Fargo schätzt, dass Google 2026 und 2027 mehr als 10 Milliarden Dollar damit verdienen könnte, seine Chiptechnologie an Unternehmen wie Anthropic und Meta zu vermieten.
Die Konkurrenz liegt dahinter. Amazon setzt seine Trainium-Chips bereits in großem Umfang ein, während Microsoft (Maia) und Meta (MTIA) ihre ersten Modelle gerade in die Produktion gebracht haben. OpenAI und Tesla befinden sich noch in der Entwicklungsphase.
Für die Aktie war die vergangene Woche schwach, der Kurs schloss mit einem Minus von fast 3 Prozent. Die Europäische Union verhängte eine Geldbuße von rund 4,7 Milliarden Dollar wegen der Marktmacht von Android. Gleichzeitig wurde bekannt, dass sich das neue KI-Modell Gemini 3.5 Pro verzögert.
Trotz des heutigen Kursanstiegs liegt die Aktie noch immer mehr als 11 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 402,38 Dollar, das am 13. Mai erreicht wurde. Am Mittwoch legt Google seine Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob der Konzern die Erholung fortsetzen kann.
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