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Ein anonymer Hacker, der tagelang Aufnahmen aus Grand Theft Auto VI veröffentlichte, dürfte vom enormen Interesse an dem Spiel finanziell profitiert haben. Der Leaker brachte auf Solana einen eigenen Memecoin heraus und nutzte das geleakte Material, um auf den Coin aufmerksam zu machen. Kurz vor einer offiziellen Präsentation von Rockstar Games verkaufte er Millionen Token.

Das ist besonders brisant, weil GTA 6 als eines der meist erwarteten Spiele aller Zeiten gilt. Der Titel ist seit mehr als zehn Jahren in Entwicklung und soll noch in diesem Jahr erscheinen.

GTA-6-Leaks treiben Memecoin auf Millionenbewertung

In den vergangenen neun Tagen tauchten der Quelle zufolge mehrere bislang unveröffentlichte Gameplay-Aufnahmen von GTA 6 im Netz auf. Die Videos trugen ein Wasserzeichen des Solana-Memecoins CYBERLEEK.

Dabei blieb es nicht. In den Aufnahmen war zudem der Schriftzug „higher market cap = more leeks“ zu sehen. Damit deutete der Hacker offenbar direkt an, dass weiteres Material folgen könnte, sollte der Wert des Coins weiter steigen.

Die Strategie sorgte für erhebliche Aufmerksamkeit. Der Marktwert von CYBERLEEK stieg am 23. August von nahezu null auf rund 25 Millionen US-Dollar.

Dann kippte die Lage abrupt. Blockchain-Daten sollen zeigen, dass der Eigentümer des Contracts rund 146.000 US-Dollar in Wrapped Solana (SOL) abrief. Zusätzlich erhielt er 15,4 Millionen Token über Vergütungen für den Ersteller.

Die gesamte Menge an Token wurde anschließend für rund 125.000 US-Dollar in SOL verkauft. Das geschah nur wenige Stunden, bevor Rockstar seine ersten offiziellen Gameplay-Aufnahmen präsentieren sollte.

Laut Dexerto könnte der insgesamt gesicherte Betrag bei mehr als 250.000 US-Dollar liegen. Die Erlöse wurden auf vier neue Wallets verteilt. Mindestens 91 SOL sollen anschließend an die Kryptobörse KuCoin überwiesen worden sein.

Die genannten Beträge beruhen auf unabhängigen Analysen von Blockchain-Transaktionen. Bestätigt wurden sie weder von der Person hinter den Leaks noch von den beteiligten Kryptobörsen.

CYBERLEEK-Kurs bricht nach Verkauf ein

Für Besitzer von CYBERLEEK fiel der abrupte Verkauf deutlich negativer aus. Der Coin erreichte laut CoinGecko zuvor ein Rekordhoch von 0,0344 US-Dollar, fiel danach aber auf rund 0,0097 US-Dollar zurück.

Damit verlor der Token innerhalb von 24 Stunden rund 46 Prozent seines Werts. Die Marktkapitalisierung war laut CoinMarketCap auf rund 7 Millionen US-Dollar gesunken. Das Tageshandelsvolumen lag weiterhin zwischen 13 Millionen und 18 Millionen US-Dollar.

Es sollen rund 730 Millionen CYBERLEEK-Token im Umlauf sein, verteilt auf schätzungsweise 68.000 bis 78.000 Wallets.

Wichtig ist dabei: Die verkauften Token stammten der Quelle zufolge nicht aus der ursprünglichen Zuteilung an den Ersteller. Dieser Bestand soll bereits in der vergangenen Woche vernichtet worden sein. Die Erlöse entstanden stattdessen aus Gebühren, die an das Handelsvolumen gekoppelt waren.

Rockstar versucht, GTA-6-Leaker zu identifizieren

Die Leaks sind für Rockstar Games besonders heikel. Das Unternehmen reagierte am Mittwoch auf die Veröffentlichung der Aufnahmen und bezeichnete die Situation als „für das Team niederschmetternd“.

Auch der Mutterkonzern Take-Two Interactive verbindet enorme finanzielle Erwartungen mit GTA 6. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Unternehmen mit Netto-Buchungen von 8 bis 8,2 Milliarden US-Dollar, unter anderem wegen der Veröffentlichung des Spiels.

Analysten erwarten, dass GTA 6 in der ersten Verkaufsphase bis zu 45 Millionen Mal verkauft werden könnte. Zum Vergleich: Der Vorgänger GTA V wurde seit seiner Veröffentlichung rund 230 Millionen Mal verkauft.

Die neuen GTA-6-Leaks trafen Take-Two auch an der Börse. Die Aktie fiel in weniger als zwei Tagen von rund 248 auf 233 US-Dollar. Dabei gingen zeitweise schätzungsweise 2,83 Milliarden US-Dollar an Börsenwert verloren. Anschließend machte die Aktie einen Teil der Verluste wieder wett und stieg zurück über 240 US-Dollar.

Währenddessen scheint Take-Two alles daranzusetzen, die Identität des Leakers zu ermitteln. Das Unternehmen soll Informationen bei X, Microsoft und Discord angefordert haben.

Blockchain-Ermittler verweisen zudem auf eine womöglich wichtige Spur. Der Geldfluss hinter den beteiligten Wallets soll letztlich zu einem KuCoin-Konto führen, dessen Inhaber im Rahmen einer KYC-Prüfung verifiziert wurde. Damit könnten Blockchain-Transaktionen am Ende dazu beitragen, die Person hinter den GTA-6-Leaks zu identifizieren.

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