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Die Kryptoplattform Nexo weitet ihr Angebot in Australien aus und bietet künftig Kredite an, bei denen Kunden ihre Krypto-Assets als Sicherheit hinterlegen können. Wer etwa Bitcoin (BTC) hält, kann australische Dollar oder Stablecoins aufnehmen, ohne seine Coins zuvor verkaufen zu müssen.
Für Anleger, die ihre Kryptowährungen behalten, aber zugleich Liquidität benötigen, klingt das attraktiv. Risikofrei ist das Modell jedoch nicht. Fällt der Wert der hinterlegten Sicherheiten zu stark, kann Nexo die gesperrten Krypto-Assets automatisch verkaufen.
Das Prinzip ähnelt klassischen besicherten Krediten. Ein Kunde hinterlegt Bitcoin oder andere von Nexo unterstützte Kryptowährungen. Auf Basis ihres Werts legt die Plattform fest, wie viel Geld geliehen werden kann.
Nach Angaben von Nexo steht das Geld in der Regel innerhalb von 24 Stunden zur Verfügung. Die Kreditlinien haben keine feste Laufzeit, Abschlussgebühren fallen nicht an.
Der Zinssatz beginnt bei 0,9 Prozent, kann aber bis auf 21,9 Prozent steigen. Die endgültigen Konditionen hängen unter anderem vom gewählten Kreditprodukt und vom Loyalitätsstatus des Kunden ab.
Australische Kunden können zwischen einer Smart- und einer Standard-Kreditlinie wählen. Sie unterscheiden sich unter anderem bei den Zinsen, den zulässigen Krypto-Sicherheiten und der Verwaltung dieser Sicherheiten.
Entscheidend ist dabei das Verhältnis zwischen Kreditsumme und Wert der hinterlegten Kryptowährungen. Wer beispielsweise 40.000 Dollar leiht und Bitcoin im Wert von 100.000 Dollar als Sicherheit hinterlegt, kommt auf eine Beleihungsquote (Loan-to-Value, LTV) von 40 Prozent.
Genau diese Quote bestimmt einen wesentlichen Teil des Risikos. Fällt der Bitcoin-Kurs deutlich, bleibt die Schuld unverändert, während die Sicherheit an Wert verliert. Die LTV-Quote steigt dadurch automatisch.
Nexo kann den Kunden anschließend auffordern, zusätzliche Kryptowährungen als Sicherheit zu hinterlegen oder einen Teil der Schuld zurückzuzahlen. Geschieht das nicht rechtzeitig, kann die Plattform automatisch Krypto-Assets verkaufen, um das Risiko zu senken.
Ein Anleger muss seine Bitcoin also nicht verkaufen, um Liquidität freizusetzen. Er trägt jedoch das Risiko, dass es bei einem starken Marktrückgang später doch dazu kommt.
Die Ausweitung folgt darauf, dass Nexo Australia nach dem australischen National Consumer Credit Protection Act als Kreditvertreter zugelassen wurde. Damit erhält das Unternehmen mehr Spielraum, seine Kreditprodukte innerhalb des bestehenden Regulierungsrahmens anzubieten.
Darüber hinaus ist Nexo bei AUSTRAC registriert, der Behörde, die unter anderem die Einhaltung von Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung überwacht. Zudem ist das Unternehmen Mitglied der Australian Financial Complaints Authority, an die sich Verbraucher bei Streitigkeiten mit Finanzdienstleistern wenden können.
Australien stellt solche Kryptodienste zunehmend unter Aufsicht. Im Mai 2026 erhielt Block Earner als erstes Kryptounternehmen des Landes eine eigene Kreditlizenz der Aufsichtsbehörde ASIC.
Für Nexo öffnet sich damit ein Markt, in dem Kryptoanleger ihre Bitcoin weiter halten und zugleich Zugang zu Dollar-Liquidität erhalten können. Solange der Bitcoin-Kurs stabil bleibt, kann das attraktiv sein. Bei einem kräftigen Kursrückgang kann jedoch ausgerechnet der BTC unter Druck geraten, den sie eigentlich behalten wollten.
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