Die Bank of Japan entscheidet heute Abend über eine mögliche historische Zinserhöhung auf 1 Prozent. Sollte dies geschehen, wäre das Zinsniveau das höchste seit über 50 Jahren. Ein solcher Schritt könnte erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Analysten befürchten, dass das fragile Gleichgewicht auf dem japanischen Anleihemarkt erneut gestört wird. Auch Bitcoin (BTC) könnte dadurch unter Druck geraten.
Zins auf höchstem Niveau seit den 70ern?
Um 04:00 Uhr deutscher Zeit wird die Bank of Japan bekanntgeben, ob der Zins tatsächlich angehoben wird. Es wäre ein deutlicher Bruch mit der Politik der vergangenen Jahrzehnte, in denen der Zins jahrelang nahe null blieb. Derzeit liegt der Zins bei 0,75 Prozent. Eine Anhebung auf 1 Prozent wird als drastischer Eingriff angesehen, mit möglicherweise weltweiter Wirkung.
Laut Marktanalysten ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung erheblich. Die Inflation steigt und Premierministerin Sanae Takaichi hat vorgezogene Wahlen angekündigt. Gleichzeitig plant ihre Regierung, mehr öffentliche Ausgaben zu tätigen. Das führt zu Besorgnis über die Tragfähigkeit der japanischen Staatsverschuldung, die mittlerweile 260 Prozent des BIP erreicht hat.
Anleihekrise verunsichert Anleger
Der japanische Anleihemarkt galt jahrzehntelang als stabil, geriet jedoch diese Woche stark unter Druck. Die Rendite auf 40-jährige Anleihen stieg auf 4 Prozent, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Ein solcher Anstieg verteuert das Leihen und kann weltweite Märkte beeinflussen. Laut Analysten war dies sogar der Auslöser für steigende Renditen auf andere Staatsanleihen zu Beginn dieser Woche.
Seit Mittwoch hat sich die Lage etwas beruhigt. Die japanische Regierung hat zu Ruhe aufgerufen, wodurch Anleger vorübergehend durchatmen konnten. Dennoch bleibt das Risiko hoch. Eine Zinserhöhung heute Abend könnte das Vertrauen erneut untergraben, insbesondere in risikoreichen Märkten wie dem Kryptosektor.
Was bedeutet das für Bitcoin?
Der Bitcoin-Kurs fiel Anfang dieser Woche auf unter 88.000 Dollar, erholte sich jedoch auf 90.000 Dollar. Der Kryptomarkt bleibt jedoch äußerst sensibel für Zinsbewegungen. Wenn die Zinsen steigen, verlagert sich Kapital auf sichere und zinstragende Anlagen. Das führt oft zu Verkaufsdruck auf digitale Währungen.
Laut Analyst CryptoNobler ist Bitcoin in der Vergangenheit nach einer japanischen Zinserhöhung um mehr als 20 Prozent gefallen. Sollte sich dieses Muster wiederholen, könnte der Kurs innerhalb weniger Tage unter 70.000 Dollar sinken.
Deshalb wird die Entscheidung der Bank of Japan genau beobachtet. Nicht nur von Kryptoinvestoren, sondern auch von institutionellen Akteuren weltweit. Japan spielt eine Schlüsselrolle im globalen Finanzsystem. Wenn sich dort etwas ändert, hat das fast immer direkte Folgen für andere Märkte.
SpaceX tritt seit Wochen auf der Stelle – am Freitag könnte sich das ändern
Eine höhere Gewichtung im Nasdaq 100 könnte bei SpaceX automatische Käufe von Indexfonds im Umfang von 15,5 Milliarden Dollar auslösen.
Strategy pausiert Bitcoin-Käufe und setzt auf eigene Wertpapiere
Strategy kauft vorerst keine weiteren Bitcoin, sondern investiert Millionen in eigene Wertpapiere und schafft zusätzlichen finanziellen Spielraum für künftige Rückkäufe.
Besi-Aktie bricht nach drastischer Zielsenkung durch Morgan Stanley ein
Besi fällt an der Amsterdamer Börse deutlich, nachdem Morgan Stanley das Kursziel massiv gesenkt hat. Der Branchenkollege ASML legt dagegen zu.
Meist gelesen
Kryptoexperte erklärt, warum 1.000 XRP genügen könnten
Ein Finanzexperte geht davon aus, dass XRP nicht lange unter der Marke von 2 Dollar bleiben wird, und verweist auf drei Entwicklungen, die den Kurs stützen könnten.
Analyst: XRP könnte die größte verpasste Chance unseres Lebens werden
Nach Einschätzung eines Krypto-Investors könnte XRP zur größten verpassten Chance unseres Lebens werden. Deshalb sind die Erwartungen so hoch.
XRP-Kurs auf 60 Dollar? Experte nennt entscheidende Marke
Ein Analyst hält einen Anstieg des XRP-Kurses auf 60 Dollar für möglich, falls ein wichtiger Widerstand überwunden wird. Dafür wäre ein Kursanstieg von mehr als 4.000 Prozent nötig.
