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Die Bank of Japan hat den Leitzins auf 1,25 Prozent angehoben . Das ist der höchste Stand seit 1995 und ein weiteres Signal dafür, dass die Phase extrem billigen Geldes endgültig vorbei ist. Die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen. Zwei Währungshüter votierten dagegen, der Markt hatte den Schritt jedoch weitgehend eingepreist.
Japan reiht sich damit in die breite Straffungsbewegung der Notenbanken ein. Anfang der Woche hatte die US-Notenbank den Leitzins auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent angehoben. Die Europäische Zentralbank erhöhte den Zins in der vergangenen Woche um 0,25 Prozentpunkte. Lediglich die Bank of England beließ ihn vorerst unverändert bei 3,75 Prozent.

Der gemeinsame Faktor ist Energie. Durch den Krieg mit dem Iran sind die Ölpreise gestiegen, zugleich geraten Lieferwege unter Druck. Für Japan ist das besonders heikel. Das Land bezog 2025 rund 94 Prozent seines Rohöls aus dem Nahen Osten. Ein großer Teil davon passiert die Straße von Hormus.
Wird diese Route teurer oder unsicherer, trifft das Japan unmittelbar. Die Inflation in Japan lag im August bei 1,9 Prozent. Die Kerninflation ging leicht auf 1,7 Prozent zurück. Das klingt nicht dramatisch, reicht für Japan aber aus, um die Notenbank weiter vom früheren Nullzinskurs abzurücken.
Die Bank of Japan machte zudem deutlich, dass sich die zugrunde liegende Inflation in Richtung 2 Prozent bewegt. Sie will den Leitzins daher weiter anheben können, wenn Konjunkturdaten und Finanzierungsbedingungen dies nahelegen.
Für Bitcoin (BTC) ist das eine wichtige makroökonomische Entwicklung. Bitcoin profitierte jahrelang von einem Umfeld, in dem Geld billig war, Notenbanken Liquidität bereitstellten und Anleger bereitwillig hohe Risiken eingingen. Dieses Umfeld gibt es immer weniger.
Wenn selbst Japan, über Jahrzehnte das Symbol für ultraniedrige Zinsen, den Leitzins erhöht, verändert sich das globale Umfeld. Kapital hat wieder einen Preis.
Kurzfristig ist das für Bitcoin schwierig. Höhere Zinsen machen Staatsanleihen attraktiver und erhöhen die Opportunitätskosten eines Assets, das keine laufenden Erträge abwirft.
Es gibt jedoch auch eine andere Seite. Je stärker Notenbanken wegen Energiepreisen und Schuldenproblemen straffen müssen, desto deutlicher wird der Druck auf das bestehende Geldsystem. Staaten brauchen hohe Zinsen, um Inflation zu bekämpfen, können sich genau diese hohen Zinsen aber immer schwerer leisten.
Hier liegt die längerfristige Bitcoin-These. Nicht als Schutz vor jeder heutigen Zinserhöhung, sondern als Absicherung gegen ein Finanzsystem, in dem die Spannungen zunehmen.
Japan erhöht die Zinsen. Die Fed erhöht die Zinsen. Die EZB erhöht die Zinsen. Die Schulden verschwinden aber nicht. Genau deshalb bleibt Bitcoin interessant.
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