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Der XRP-Kurs ist deutlich unter Druck geraten. Ende August notierte XRP noch bei rund 1,70 Dollar, inzwischen ist der Coin auf etwa 1,32 Dollar zurückgefallen. Auf Wochensicht liegt das Minus bei rund 3 Prozent.
Die gescheiterte Abstimmung über den US-amerikanischen CLARITY Act sorgte für zusätzlichen Verkaufsdruck und drückte XRP kurzzeitig sogar auf etwa 1,26 Dollar. Mehrere Analysten sehen nun jedoch Anzeichen dafür, dass der Rückgang zu weit gegangen sein könnte. Ein wichtiger technischer Indikator steht sogar auf dem niedrigsten Stand seiner Geschichte.
Kryptoanalyst Cryptollica verweist auf den Relative-Stärke-Index (RSI) von XRP im Zweiwochenchart. Der Indikator misst die Stärke des Momentums einer Kursbewegung. Ein sehr niedriger Wert kann darauf hindeuten, dass in kurzer Zeit außergewöhnlich hoher Verkaufsdruck entstanden ist.
Der RSI von XRP ist dem Analysten zufolge auf rund 33,5 gefallen. Das ist der niedrigste Wert in der Geschichte des Coins. Selbst während des Crashs von 2018, des Corona-Crashs 2020 und des Bärenmarkts 2022 fiel der Indikator nicht so tief.
Cryptollica hält es deshalb für möglich, dass der Markt inzwischen zu pessimistisch geworden ist. Seiner Einschätzung nach ist die Stimmung eingebrochen und das negative Momentum historisch stark, während die langfristige Struktur laut seiner Analyse weiterhin intakt ist.
Gerade deshalb hält er XRP für interessant. Anleger steigen dem Analysten zufolge häufig erst ein, wenn ein Kursanstieg bereits klar erkennbar ist, während schwache Chartbilder kaum Interesse auslösen.
Eine extrem niedrige RSI-Lage garantiert allerdings keine Erholung. Der Indikator zeigt vor allem, dass XRP außergewöhnlich starken Verkaufsdruck hinter sich hat. Ein Coin kann auch längere Zeit auf niedrigen Niveaus verharren oder weiter fallen.

Gleichzeitig bleibt die Nachfrage institutioneller Anleger nach XRP bestehen. US-amerikanische XRP-Spot-ETFs erreichten in der vergangenen Woche einen neuen Rekord, nachdem die gesamten Nettozuflüsse auf mehr als 1,7 Milliarden Dollar gestiegen waren.
Auffällig ist, dass diese Zuflüsse anhalten, obwohl der XRP-Kurs unter Druck steht. Der Quelle zufolge war der 2. September der einzige Tag mit Nettoabflüssen in den vergangenen eineinhalb Monaten.
Damit zeigt sich ein auffälliger Gegensatz. Am Kryptomarkt verkaufen Anleger XRP und die Stimmung steht unter Druck, während börsengehandelte XRP-Fonds weiterhin frisches Kapital anziehen.
Für eine nachhaltige Erholung muss der XRP-Kurs zunächst wichtige Marken zurückerobern. Analyst Ali Martinez hatte Anfang der Woche auf 1,38 Dollar als entscheidendes Niveau verwiesen. Ein überzeugender Tagesschluss darüber könnte seiner Einschätzung nach Spielraum für einen Anstieg in Richtung 1,60 Dollar eröffnen.
XRP brach anschließend tatsächlich über 1,40 Dollar aus und stieg zeitweise fast bis auf 1,50 Dollar. Diese Erholung hatte jedoch keinen Bestand. Der Kurs drehte erneut nach unten, das Kursziel von 1,60 Dollar wurde nicht erreicht.
Andere Analysten blicken weiter nach oben. STEPH IS CRYPTO sieht ein sogenanntes Cup-and-Handle-Muster und nennt auf dieser Grundlage ein mögliches Kursziel von 2,50 Dollar. Crypto Bitlord rechnet mit einer Bewegung in Richtung 2 Dollar.
Vorerst bleiben das rein technische Erwartungen. Bei einem XRP-Kurs von rund 1,30 Dollar muss der Coin zunächst den Bereich zwischen 1,38 und 1,50 Dollar überzeugend zurückerobern, bevor die höheren Kursziele wieder in den Fokus rücken.
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