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Die Kryptobörse Binance steht erneut wegen möglicher Verstöße gegen US-Sanktionen gegen den Iran in der Kritik.

Wie Recherchen des Wall Street Journal zeigen, wickelte ein Netzwerk um den iranischen Geschäftsmann Babak Zanjani Transaktionen im Wert von rund 850 Millionen Dollar über die Börse ab. Ein Teil der Gelder gelangte sogar auf Krypto-Wallets, die mit den iranischen Revolutionsgarden in Verbindung gebracht werden.

Millionen für die iranischen Revolutionsgarden

Das Wall Street Journal konnte einen 80-seitigen internen Bericht von Binance einsehen. Darin wird beschrieben, wie Zanjani über ein Netzwerk aus 21 Handelskonten und mehreren Unternehmen Gelder transferierte.

Das Netzwerk nutzte unter anderem Unternehmen in der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Über zwei Konten flossen mindestens 67 Millionen Dollar an Krypto-Wallets, die nach Angaben israelischer Behörden mit den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) verbunden waren.

Binance hatte bereits zuvor Hinweise auf verdächtige Aktivitäten erhalten.

Eine zentrale Rolle spielte Sukhrob Oimakhmadov, ein Geschäftspartner Zanjanis. Er galt bei Binance als besonders wichtiger Kunde und profitierte deshalb von niedrigeren Handelsgebühren und persönlicher Betreuung.

Auf seinem Konto gingen ab Ende 2023 mehr als 10 Millionen Dollar von Wallets ein, die später den IRGC zugeordnet wurden. Binance hatte ihn zudem schon zuvor wegen Transaktionen mit einem iranischen Geldwechsler überprüft.

Dennoch blieb er Kunde. Interne Dokumente zeigen, dass die zuständigen Ermittler die Zustimmung der Führungsebene benötigten, um Konten solcher besonders wichtigen Kunden zu schließen.

Binance reagierte erst nach mehreren Warnungen

Die Recherchen brachten ein weiteres auffälliges Detail ans Licht: Zwischen Ende 2024 und Ende 2025 wurde mehr als zwölfmal von Teheran aus auf ein Geschäftskonto der Kryptoplattform Zedcex zugegriffen.

Unterdessen häuften sich die Warnungen. Schweizer Behörden forderten im Rahmen von Betrugsermittlungen Informationen an. Auch US-Ermittlungsbehörden untersuchten das Konto wegen des Verdachts auf Geldwäsche.

Allein über Zedcex wurden Transaktionen im Wert von fast 830 Millionen Dollar abgewickelt. Davon flossen laut dem internen Bericht 56 Millionen Dollar an Wallets, die Israel den IRGC zuordnet.

Binance betont, die verdächtigen Konten schließlich gesperrt und gelöscht zu haben. Nach Angaben eines Sprechers arbeitet die Kryptobörse zudem mit internationalen Ermittlungsbehörden zusammen.

Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass das gesamte Handelsvolumen nicht dem Betrag entspricht, der tatsächlich bei den Revolutionsgarden ankam.

Binance zahlte bereits eine Milliardenstrafe

Die Enthüllungen sind besonders brisant, weil sich Binance bereits 2023 schuldig bekannte, gegen US-Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung und Sanktionsgesetze verstoßen zu haben.

Damals musste das Unternehmen Milliarden Dollar zahlen, und Gründer ⁠Changpeng Zhao trat als Konzernchef zurück. Anschließend verbüßte er eine viermonatige Haftstrafe. Im Oktober 2025 wurde er von Präsident ⁠Donald Trump begnadigt.

Die neuen Recherchen werfen erneut Fragen zu den Kontrollen bei der weltweit größten Kryptobörse auf.

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