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Der Kryptomarkt erlebte vor genau einem Jahr einen der schwersten Einbrüche seiner Geschichte. Am 10. Oktober 2025 wurden innerhalb von 24 Stunden gehebelte Positionen im Wert von mehr als 19 Milliarden Dollar liquidiert. Zugleich verlor der Markt fast 800 Milliarden Dollar an Gesamtwert.

Der anfängliche Verkaufsdruck löste eine Kettenreaktion aus, die Millionen Händler traf. Was genau war passiert?

Massenhafte Liquidationen ließen den Bitcoin-Kurs einbrechen

Der ⁠Bitcoin-Kurs (BTC) fiel am 10. Oktober 2025 um rund zehn Prozent und rutschte kurzzeitig unter 110.000 Dollar. Altcoins traf es noch härter: Viele verloren zwischen 30 und 60 Prozent ihres Werts.

Die Bloomberg-Grafik zeigt, wie der Bitcoin-Kurs am 10. Oktober 2025 angesichts zunehmender Handelsspannungen um 12,37 Prozent einbrach.
Der Bitcoin-Kurs bricht am 10. Oktober 2025 ein. (Quelle: Bloomberg)

Insgesamt waren rund 1,6 Millionen Händler betroffen. Vor allem Anleger, die mit geliehenem Geld auf steigende Kurse gesetzt hatten, gerieten in Schwierigkeiten. Von den liquidierten Positionen entfielen 16,7 Milliarden Dollar auf Long-Positionen, mit denen Händler auf einen Kursanstieg setzen. Dem standen lediglich 2,5 Milliarden Dollar an Short-Positionen gegenüber, die auf fallende Kurse ausgerichtet sind.

Die Zahlen zeigen, wie unausgewogen der Markt positioniert war. Viele Händler hatten auf steigende Kurse gesetzt. Dadurch löste schon ein vergleichsweise kleiner Rückgang weitere Zwangsverkäufe aus.

Als Auslöser des Crashs galt vielfach die Ankündigung von Präsident ⁠Donald Trump, möglicherweise Einfuhrzölle von 100 Prozent auf chinesische Produkte zu erheben. Allerdings hatte der Kursrückgang am Kryptomarkt bereits Stunden vor Bekanntwerden der Nachricht begonnen.

Probleme bei Binance verschärften den Krypto-Crash

Neben den wirtschaftlichen Turbulenzen spielten technische Probleme auf Handelsplattformen eine wichtige Rolle. Auf Binance fiel der Stablecoin USDe von Ethena vorübergehend auf 0,65 Dollar, während sein Kurs auf anderen Handelsplattformen bei rund einem Dollar blieb.

Einige Händler hatten USDe als Sicherheit für ihre Positionen hinterlegt. Als der Kurs des Coins auf Binance plötzlich einbrach, sank auch der Wert ihrer Sicherheiten. Schätzungen zufolge führte dies zu zusätzlichen Liquidationen von bis zu einer Milliarde Dollar.

Gleichzeitig ging die ⁠Liquidität stark zurück. Kaufaufträge verschwanden aus den Orderbüchern, und einige Händler konnten ihre Positionen nicht mehr rechtzeitig schließen. Automatisierte Handelsprogramme verstärkten die Kursrückgänge anschließend auch auf anderen Handelsplattformen.

Nach dem Crash erholte sich der Markt auffallend schnell. Vom Tiefpunkt aus stieg die Marktkapitalisierung innerhalb kurzer Zeit wieder um mehr als 550 Milliarden Dollar.

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