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Gold und Silber haben in den vergangenen Tagen kräftig zugelegt. Nach den US-Zwischenwahlen suchen Anleger erneut Sicherheit in Edelmetallen.

Der US-Dollar schwächelt, der Ölpreis ist deutlich gefallen, und auch die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen sinken. Vor allem Gold erholt sich kräftig und erreicht den höchsten Stand seit mehr als zwei Wochen.

Goldpreis legt binnen weniger Tage um mehrere Hundert Dollar zu

Der Goldpreis stieg am Donnerstag um 1,9 Prozent auf 4.134,82 Dollar je Feinunze, die etwa 31,1 Gramm entspricht. Im Tagesverlauf erreichte er zeitweise sogar 4.146,63 Dollar. Damit notierte Gold auf dem höchsten Stand seit dem 20. Oktober.

Goldpreis am 5. November 2026: Anstieg um mehrere Hundert Dollar auf einen Höchststand von über 4.140 Dollar je Feinunze.
Der Goldpreis steigt nach den US-Wahlen kräftig. (Quelle: TradingView)

Dem Anstieg war bereits ein besonders starker Mittwoch vorausgegangen. An diesem Tag legte der Goldpreis um fast 3,4 Prozent zu – der größte Tagesgewinn seit dem 19. August.

Die Erholung ist bemerkenswert. Noch am vergangenen Freitag war Gold auf 3.869,85 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen. Seitdem ist der Preis um mehr als 250 Dollar gestiegen.

Inzwischen hat der Preis etwas nachgegeben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt er laut TradingView bei rund 4.120 Dollar.

Auch Silber profitiert von der positiven Stimmung. Der Silberpreis erreichte am Donnerstagmorgen in der Spitze rund 53,48 Dollar, gab inzwischen aber auf 52,54 Dollar nach. Damit notiert das Edelmetall weiterhin deutlich über dem Tief vom Mittwoch bei 48,93 Dollar.

Warum Trumps Wahlniederlage den Goldpreis stützt

Der Preisanstieg bei Edelmetallen hängt eng mit den US-Zwischenwahlen zusammen. Die Demokraten haben die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses erobert. Präsident Donald Trump muss damit in den letzten beiden Jahren seiner Amtszeit mit einem von der Opposition kontrollierten Kongress regieren.

Das Wahlergebnis hat an den Finanzmärkten deutliche Kursbewegungen ausgelöst. Eine wichtige Rolle spielt dabei vor allem der starke Rückgang des Ölpreises.

Am Mittwoch verlor Brentöl fast neun Prozent an Wert. Anleger hoffen, dass das Wahlergebnis das Risiko einer weiteren Eskalation des Krieges mit dem Iran verringert. Am Donnerstag pendelte der Ölpreis um 94 Dollar je Barrel.

Günstigere Energie kann die Inflation dämpfen. Dadurch sinkt auch der Druck auf die Zentralbanken, die Zinsen über längere Zeit hoch zu halten.

Zugleich sind der US-Dollar und die Renditen von Staatsanleihen auf den niedrigsten Stand seit mehreren Wochen gefallen. Das macht Gold für Anleger attraktiver.

Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank, sieht Edelmetalle als große Gewinner des Wahlergebnisses.

Nach Hansens Einschätzung zwingt die Kombination aus niedrigeren Energiepreisen, nachlassenden Inflationssorgen und einem schwächeren Dollar die Händler dazu, ihre Positionen anzupassen. Vor allem Anleger, die auf weiter fallende Preise gesetzt hatten, kaufen nun Gold zurück, um ihre Verluste zu begrenzen. Das verstärkt den Preisanstieg.

Gold und Silber: US-Arbeitsmarktdaten im Fokus

Trotz der kräftigen Erholung sind weitere Kursgewinne keineswegs sicher. Anleger rechnen mit einer erneuten Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

Laut dem FedWatch-Tool der CME beziffern Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember derzeit auf 79 Prozent.

Höhere Zinsen können Gold und Silber belasten. Beide Edelmetalle werfen keine Zinsen ab, wodurch verzinsliche Anlagen an Attraktivität gewinnen können.

Am Freitag wird zudem der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Die Daten können die Zinserwartungen und damit auch die Edelmetallpreise erheblich beeinflussen.

Auch andere Edelmetalle profitieren vorerst von der Erholung. Platin verteuerte sich am Donnerstag um 1,8 Prozent auf 1.523,51 Dollar je Unze. Palladium legte sogar um 2,8 Prozent auf 1.033,25 Dollar zu.

In Großbritannien steht am Donnerstag ebenfalls eine wichtige Zinsentscheidung an. Die Bank of England dürfte die Zinsen erstmals seit drei Jahren anheben.

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