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Der Bitcoin-Kurs startete in diese Woche bei rund 62.000 Dollar und notiert nicht einmal fünf Tage später bei 75.000 Dollar. Ein Plus von 13.000 Dollar in kurzer Zeit. Woher kommt diese plötzliche Erholung?
Es dürfte um mehr gehen als reine Spekulation. Den Anstoß für die Rally gab in dieser Woche der Eingriff von US-Finanzminister Scott Bessent am amerikanischen Anleihemarkt. Doch die Faktoren, die Bitcoin derzeit antreiben, zeichnen sich schon länger ab.

Man könnte sagen: Bessents Eingriff am Zinsmarkt liefert Anlegern wieder ein Argument für Bitcoin.
In den vergangenen Monaten sind die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen fast schon extrem gestiegen. Bei 30-jährigen Anleihen wurde sogar der höchste Stand seit knapp 20 Jahren erreicht. Das ist nicht nur ein Problem für Unternehmen, die Kapital etwa für KI-Investitionen aufnehmen wollen, sondern auch für die US-Regierung.
In dieser Woche ist die Staatsverschuldung der USA über die Marke von 40 Billionen Dollar gestiegen. Gleichzeitig liegen die Zinsen so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Hohe Schulden und hohe Zinsen zugleich – das wird schnell zum Problem.
Auch deshalb versuchte das US-Finanzministerium in dieser Woche, die Renditen mit einer taktischen Kapitalverschiebung zu drücken. Es will mehr langlaufende Staatsanleihen aufkaufen und zugleich weniger kurzlaufende Papiere. Die Idee dahinter: Das Angebot an langlaufenden Staatsanleihen sinkt – und damit auch die Renditen.
Bislang geht dieser Plan nicht auf. Stattdessen sorgt er am Markt für erhebliche Zweifel. JPMorgan zog sogar den Vergleich mit einer Hypothek, die über die Kreditkarte finanziert wird.
Die Anleger sehen, dass die US-Regierung bereit ist, am Markt für ihre Staatsverschuldung einzugreifen. Genau dadurch rechnen sie jedoch mit noch mehr Inflation und einem schwächeren Dollar. Davon profitieren Bitcoin (BTC) und, in etwas geringerem Maße, Gold.
Bitcoin fehlte lange ein klares Narrativ. Nun scheint es zurückzukehren: mit dem erneuten Fokus auf die US-Staatsverschuldung, die Zinsen und die Sorge, dass wir in einer Welt leben, in der höhere Inflation kaum noch zu vermeiden ist. Vor allem wegen der enormen Staatsschulden, die weltweit in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut wurden.
Damit eröffnet sich nun die Möglichkeit einer Phase, in der sich die Aufmerksamkeit ein Stück weit von KI-Aktien hin zu Anlagen mit Inflationsschutz verlagert. Bislang profitiert Bitcoin davon deutlich. Reibungslos dürfte diese Bewegung allerdings nicht verlaufen.
Die Kursanstiege der vergangenen Tage waren außergewöhnlich stark. Darauf folgen häufig ebenfalls kräftige Korrekturen. Anleger sollten sich daher auf eine volatile Phase einstellen. Turbulenzen dürften kaum ausbleiben.
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