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Die zentrale Abwicklungsstelle der Wall Street setzt auf Blockchain-Technologie – die technische Grundlage des Kryptomarkts.
Die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC), die im Hintergrund nahezu alle US-Aktientransaktionen abwickelt, hat heute ihren lange erwarteten Tokenisierungsdienst gestartet.
Die DTCC gab den Start heute in einer Pressemitteilung bekannt. Mit dem DTCC Tokenization Service lassen sich Aktien, börsengehandelte Fonds und Staatsanleihen in Token auf der Blockchain umwandeln.
Zwanzig Unternehmen haben sich bereits zur Teilnahme verpflichtet, darunter JPMorgan, Citi, Morgan Stanley und Citadel Securities. Die DTCC will den Teilnehmerkreis schrittweise erweitern.
Der Dienst läuft auf dem Canton Network, einer speziell für Banken entwickelten Blockchain. Daneben nutzt die DTCC für die Tokenisierung ihre eigene private Blockchain Besu.
DTCC-Chef Frank La Salla bezeichnet den Start als Meilenstein. Er sei das Ergebnis jahrelanger Arbeit daran, tokenisierte Wertpapiere in einen regulierten Rahmen mit bewährter Marktinfrastruktur einzubetten.
Der Start war seit fast einem Jahr geplant. Am 11. Dezember 2025 erhielt die DTC einen sogenannten No-Action Letter der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC).
Darin sichert die Börsenaufsicht zu, drei Jahre lang keine aufsichtsrechtlichen Maßnahmen gegen den Dienst zu ergreifen. Das schuf den Spielraum für die Tokenisierung von Aktien aus dem Russell 1000, der die tausend größten US-Unternehmen umfasst. Auch börsengehandelte Fonds (ETFs) auf große Indizes und US-Staatsanleihen wurden zugelassen.
Einige Monate später legte die DTCC den Zeitplan fest: zunächst ein Testlauf im Juli, dann der Start im Oktober. Am 15. Juli wurden die ersten echten Transaktionen mit mehr als dreißig Unternehmen über Canton und Besu abgewickelt.
Bei der Tokenisierung erhält eine Aktie oder Anleihe ein digitales Gegenstück auf einer Blockchain. Jeder Token ist eins zu eins durch das entsprechende Wertpapier gedeckt, das bei der Tochtergesellschaft Depository Trust Company (DTC) verwahrt wird.
Das Wertpapier bleibt bei der DTC hinterlegt, während der zugehörige Token übertragen werden kann. Er gewährt dieselben Rechte wie die Aktie selbst.
Damit unterscheidet er sich von synthetischen Aktientoken. Diese bilden lediglich den Kurs ab, ohne dass ihre Inhaber die zugrunde liegende Aktie besitzen.
Teilnehmer können Wertpapiere während der Geschäftszeiten tokenisieren lassen. Die DTCC strebt dafür eine Bearbeitungszeit von höchstens 15 Minuten an. Anschließend lassen sich die Token rund um die Uhr zwischen registrierten Wallets übertragen.
Was nach einem großen Schritt klingt, beginnt allerdings in begrenztem Umfang. In der Pressemitteilung hebt die DTCC hervor, dass sie Wertpapiere im Wert von rund 114 Billionen Dollar verwahrt.
Zum Start kommen laut einem Sprecher jedoch nur 34 Wertpapiere für die Tokenisierung infrage. Ihr Gesamtwert beträgt rund 30 Billionen Dollar.
Das entspricht etwa 26 Prozent des bei der DTC verwahrten Vermögens und deckt nur einen Bruchteil der von der SEC zugelassenen Wertpapiere ab. Privatanleger können den Dienst zudem nicht direkt nutzen: Zugang erhalten ausschließlich DTC-Teilnehmer.
Im kommenden Jahr will die DTCC weitere Blockchains anbinden. Für 2027 sollen Stellar (XLM) und Arc, die Blockchain des USDC-Herausgebers Circle, vorgesehen sein.
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