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Der US-Dollar steht heute deutlich unter Druck. Die Währung fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte Mai, nachdem das US-Finanzministerium überraschend beschlossen hatte, den Rückkauf langlaufender Staatsanleihen deutlich auszuweiten.
Im Tief verlor der Dollar 0,8 Prozent, der stärkste Rückgang seit drei Wochen. Die US-Währung gab gegenüber allen wichtigen Währungen nach. Gleichzeitig sank die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen, die Anfang der Woche noch den höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte.
Die Bewegung setzte ein, nachdem das Finanzministerium angekündigt hatte, sein Rückkaufprogramm für langlaufende Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln. Betroffen sind Anleihen mit Laufzeiten zwischen zehn und dreißig Jahren.
Die Ankündigung folgte auf eine deutliche Verkaufswelle am Anleihemarkt. Anleger sorgen sich unter anderem über die rasch steigende US-Staatsverschuldung, den Krieg mit Iran, anhaltend hohe Inflation und das große Volumen an Unternehmensdarlehen, mit denen Investitionen in künstliche Intelligenz finanziert werden.
Der überraschende Schritt sorgte unmittelbar für eine höhere Nachfrage nach US-Staatsanleihen. Dadurch stiegen die Anleihekurse, während die Rendite 30-jähriger Papiere um rund 8 Basispunkte fiel.
Das setzte den Dollar zusätzlich unter Druck. Höhere US-Renditen machen die Währung für internationale Anleger in der Regel attraktiver. Fallen diese Renditen, schwindet dieser Vorteil.
Neben dem Eingriff am Anleihemarkt spielt auch die Federal Reserve eine wichtige Rolle. Anleger rechnen derzeit damit, dass die US-Notenbank die Zinsen wahrscheinlich nicht vor Dezember erneut anheben wird.
Im Tagesverlauf werden die Protokolle der letzten Zinssitzung veröffentlicht. Daraus könnte hervorgehen, wie groß die Sorge der Fed-Vertreter über die anhaltende Inflation ist und wie viel Unterstützung es für weitere Zinserhöhungen gibt.
Der schwächere Dollar kommt unterdessen anderen Währungen zugute. Der japanische Yen legte um bis zu 0,9 Prozent auf 158,17 Yen je Dollar zu und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als einer Woche. Auch der Schweizer Franken und die schwedische Krone gewannen an Boden.
Nach Einschätzung von Howard Du, Stratege bei TD Securities, ist vor allem das Signal aus Washington entscheidend. Der unerwartete Rückkauf zeige, dass das Finanzministerium den starken Anstieg der langfristigen US-Renditen genau beobachte.
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