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Während zu Beginn dieses Jahres milliardenschwere Unternehmen eifrig Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) in ihre Bilanzen aufnahmen, scheint dieser Appetit plötzlich verschwunden. Seit der scharfen Marktkorrektur herrscht bei den Großkäufern auffällige Funkstille. Was hält diese Schwergewichte vom Wiedereinstieg ab?
Seit der kräftigen Korrektur am Kryptomarkt am 10. Oktober halten sich große Unternehmen auffallend zurück. Laut David Duong, Forschungschef bei der Kryptobörse Coinbase, haben die sogenannten Krypto-Reserveunternehmen seit diesem Crash ihre Käufe nahezu vollständig eingestellt.
In einer Analyse auf X spricht Duong von „Ghosting“. Die BTC-Käufe dieser Akteure sind auf das Jahrestief gefallen – selbst an Tagen, an denen der Markt im Plus stand. Ihre Abwesenheit deutet laut Duong auf „begrenztes Vertrauen“ in die aktuellen Marktbedingungen hin.
Auffällig ist, dass es auf der Ethereum-Seite noch etwas Kaufaktivität gibt – die stammt jedoch überwiegend von einer Partei, Bitmine. Duong sagt, dass der Großteil der Netto-Käufe von ETH von diesem einen Akteur ausgeht. „Wenn BMNR pausiert, könnte es so wirken, als gäbe es überhaupt kein institutionelles Interesse mehr“, warnt er.
Bitmine gab am Montag einen weiteren Kauf über 321 Millionen Dollar an Ethereum bekannt und erhöhte damit den Bestand auf nun 3,31 Millionen ETH. Das entspricht gut 2,8 Prozent des gesamten ETH-Angebots.
Das größte öffentliche Krypto-Reserveunternehmen, Strategy, kauft zwar weiter, allerdings in deutlich kleineren Volumina als zuvor. In den vergangenen drei Wochen fügte das Unternehmen seinen Reserven Bitcoin im Wert von knapp 90 Millionen Dollar hinzu. Im Vergleich zum Gesamtportfolio von Strategy ist das sehr wenig. Das Unternehmen hält inzwischen 640.808 BTC, mit einem geschätzten Marktwert von 73,3 Milliarden Dollar.
Die jüngsten Käufe stehen zudem in starkem Kontrast zum vergangenen Jahr, als das Unternehmen Phasen hatte, in denen es wöchentlich Bitcoin im Wert von Milliarden Dollar hinzukaufte.
Ein weiteres großes öffentliches Bitcoin-Reserveunternehmen ist das japanische Metaplanet. Zuletzt kaufte es am 30. September BTC. Kürzlich fiel die gesamte Marktkapitalisierung des Unternehmens sogar unter den Wert seiner Bitcoin-Bestände.
Der bekannte Analyst Ted Pillows verweist zudem auf einen weiteren auffälligen, womöglich besorgniserregenden Trend. Das Unternehmen ETHZilla hat Ethereum im Wert von 40 Millionen Dollar verkauft und anschließend lediglich 12 Millionen Dollar für Aktienrückkäufe eingesetzt.
Pillows spricht von einem „Uno-Reverse“ der öffentlichen Reserveunternehmen. Anstatt Krypto als strategische Reserve aufzubauen, wird jetzt verkauft. Damit untergraben die Unternehmen ihre zuvor formulierten Langfristziele. Zudem nährt das die Sorge vor einem potenziell gefährlichen Crash, falls das Vertrauen weiter bröckelt und mehrere Akteure beschließen, ihre Reserven in großem Stil abzustoßen.
Duong verweist auf die Effekte der durch Hebel verstärkten Korrektur Anfang Oktober. Viele auf Kredit finanzierte Positionen wurden damals zwangsliquidiert. Angeheizt wurde der Crash durch Trumps Drohung, ab dem 1. November hundertprozentige Importzölle auf chinesische Waren zu erheben.
Bitcoin hatte gerade ein neues Allzeithoch von 126.000 Dollar erreicht, stürzte aber wenige Tage später auf etwa 105.000 Dollar ab. Obwohl sich die Preise seither stabilisiert haben, bleiben viele Unternehmen beim Wiedereinstieg zurückhaltend.
„Ohne die Präsenz großer Akteure wirken die aktuellen Unterstützungszonen weniger solide“, so Duong. Coinbase rät Anlegern daher, kurzfristig vorsichtig zu bleiben: „Der Markt ist fragil, wenn die größten Bilanzen an der Seitenlinie bleiben.“
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