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Donald Trump plant nach eigenen Angaben vorerst keinen weiteren Angriff auf Iran. Die Verhandlungen brächten Washington bereits die gewünschten Ergebnisse, so der US-Präsident. Nach Monaten der Kriegsgefahr klingt das nach einer guten Nachricht.

Allerdings äußerte sich Trump gestern kurz nachdem das US-Militär erneut ein iranisches Ziel angegriffen hatte.

US-Militär bleibt einsatzbereit

Trump äußerte sich in einem sechsminütigen Telefoninterview mit der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times. Zu den indirekten Gesprächen mit Teheran erklärte er, die USA bekämen offenbar alles, was sie wollten.

Für den Fall eines Scheiterns sei das US-Militär jedoch voll einsatzbereit. Nach Trumps Darstellung befinden sich die USA auch nicht wirklich im Krieg mit Iran, da die Operation Midnight Hammer dessen nukleare Kapazitäten zerstört habe.

Dieser gelassene Ton steht im Widerspruch zu den Ereignissen dieser Woche. US-Truppen griffen die iranische Insel Qeschm nahe der Straße von Hormus an. Normalerweise wird rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls durch diese Meerenge transportiert.

Gegenüber Fox News bezeichnete Trump den Angriff auf eine Flugabwehranlage als begrenzten Einsatz. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern war die Aktion eine Reaktion auf iranischen Beschuss eines amerikanischen Flugzeugs.

Teheran sieht noch keine Einigung

Unterdessen häufen sich Berichte über eine mögliche Einigung. Washington soll bereits einem Abkommensentwurf mit Iran zugestimmt haben. Daraufhin gab der Ölpreis gestern zeitweise deutlich nach. Bestätigt ist weiterhin nichts. Und im entscheidenden Punkt liegen beide Länder noch auseinander: bei der Straße von Hormus.

Die Meerenge ist ein zentraler Transportweg für den Ölmarkt. Vor dem Krieg wurde rund ein Fünftel des weltweiten Öls durch sie transportiert.

Solange Iran die Meerenge weitgehend gesperrt hält, rechnen Händler mit Engpässen, und der Ölpreis bleibt hoch. Das hält die Inflation auf hohem Niveau und belastet damit auch die Finanzmärkte.

Mohsen Rezaei, Sekretär des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrats, machte gestern auf X deutlich, dass Teheran erst einlenken werde, wenn die USA sieben Forderungen erfüllten. Dazu zählen die Aufhebung der Ölsanktionen und der Seeblockade.

Die amerikanische Antwort auf die Rechte und Forderungen Irans sei nicht überzeugend gewesen, schrieb er. Washington müsse auf alle sieben Bedingungen vollständig und ausdrücklich eingehen und entsprechend handeln. Erst dann werde die Meerenge wieder geöffnet. Daraufhin verlor der Ölpreisrückgang rasch an Dynamik.

Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, beide Länder seien noch weit von einer Einigung entfernt. Katar hält die Gespräche in Doha jedoch aufrecht. US-Vizepräsident JD Vance berichtete am Sonntag von mehreren guten Gesprächen mit der iranischen Seite.

Israel drängt auf neue Angriffe

Trump sagte am Montag vor Reportern, er erwäge keinen Angriff auf Iran nach den Wahlen. Das ist bemerkenswert, denn US-Medien hatten zuvor berichtet, das Pentagon bereite gerade für diesen Zeitraum eine kurze, intensive Militäroperation vor. Drei Flugzeugträger seien dafür in der Region stationiert.

Israel befürwortet einen solchen Angriff. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drängte Trump am Samstag in einem Telefonat zu einem Angriff unmittelbar nach den Wahlen. Trump will zunächst den Ausgang der Verhandlungen abwarten.

Gestern erhöhte Israel den Druck weiter. Nach Angaben der New York Times warnten israelische Geheimdienstvertreter die USA, dass Iran den Einsatz chemischer Waffen erwäge.

US-Regierungsvertreter bezweifeln diese Darstellung allerdings. Israel soll keine Belege vorgelegt haben. Einige sehen in der Warnung den Versuch, Trump zu einem erneuten Angriff zu bewegen. Iran bestreitet, Chemiewaffen zu besitzen.

Sollte es dennoch zu einem Angriff kommen, droht eine harte Gegenreaktion. Irans oberster Führer Mojtaba Khamenei wies sein Militär am Wochenende an, auf jede Bedrohung unverzüglich und ohne geografische Beschränkungen zu reagieren.

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