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Israel drängt die Vereinigten Staaten zu einem weiteren Angriff auf Iran – möglichst unmittelbar nach den morgigen US-Zwischenwahlen. US-Präsident Donald Trump gibt der Diplomatie noch Zeit, hält sich die militärische Option aber ausdrücklich offen. Was nötig ist, um die Energiemärkte zu beruhigen, weiß er jedenfalls genau.

Netanjahu fordert raschen Angriff auf Iran

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Samstag mit Trump telefoniert. Nach Angaben einer israelischen und einer amerikanischen Quelle des Nachrichtenportals Axios will Netanjahu unmittelbar nach Dienstag einen Angriff auf Iran.

Trump will zunächst die Verhandlungen abwarten – zum Unmut Netanjahus. Die israelische Quelle beschrieb das Gespräch als schwierig, die amerikanische als offen und direkt.

Trump selbst äußerte sich am Sonntag vor Journalisten deutlich positiver. Das Gespräch sei sehr gut verlaufen.

Es ist nicht die erste Auseinandersetzung über den Zeitpunkt eines Angriffs. Bereits im Oktober soll Trump einen israelischen Angriff auf Iran verhindert haben, weil ihn ein Krieg kurz vor den Wahlen Stimmen hätte kosten können. Netanjahu widersprach allerdings dem entsprechenden Bericht.

Wie schon vor den Angriffen im Juni 2025 und im Februar verfolgt Trump eine Doppelstrategie. Vizepräsident JD Vance schickte vergangene Woche einen Brief an den iranischen Sicherheitschef Mohsen Rezaei. Es war der ranghöchste Kontakt von US-Seite seit Monaten.

Trump zufolge laufen die Gespräche gut, und er sieht keinen besonderen Zeitdruck. Dennoch will er noch ein oder zwei Atomanlagen angreifen, darunter Pickaxe Mountain, eine mutmaßliche Nuklearanlage tief im Inneren eines Berges.

Dabei zeigte er sich entschlossen: Ein solcher Angriff sei innerhalb von zehn Minuten möglich und bereits geplant. Gegen Pickaxe Mountain müsse man vorgehen, und das könne sehr schnell geschehen.

US-Militär trifft bereits Vorbereitungen

Auch das US-Militär bereitet sich vor. Nach Angaben der The Jerusalem Post flogen in der vergangenen Woche mehr als zehn Militärtransportflugzeuge nach Israel, im Schnitt also mehr als eines pro Tag.

Der Kommentator Tucker Carlson geht noch weiter: Er behauptet auf X, Netanjahu dränge auf den Einsatz einer Atomwaffe gegen Pickaxe Mountain. Belege dafür legte er nicht vor.

Auf iranischer Seite gehen die diplomatischen Bemühungen unterdessen weiter. Vermittler aus Katar führten am Sonntag den dritten Tag in Folge Gespräche mit Iran. Der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi reiste nach Doha, um die Verhandlungen voranzubringen.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, verwies heute auf die Verhandlungsbereitschaft Teherans. Iran verkürzte den Zeitrahmen seines Plans zur Wiederöffnung der Straße von Hormus von sieben auf zwei Tage.

Dem Plan zufolge machen die USA den ersten Schritt. Einen Tag später würde Teheran die Straße von Hormus wieder öffnen. Damit wäre die wichtigste Öltransportroute der Welt wieder frei, über die rund ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird.

Baghaei zufolge hat Teheran seine aus eigener Sicht legitimen Forderungen auf angemessene Weise vorgelegt, lehnt einseitige Verpflichtungen jedoch ab.

Iran verlangt von den Vereinigten Staaten, die Seeblockade aufzuheben, eingefrorene Vermögenswerte freizugeben und die Ölsanktionen aufzuheben. Bei den Vermögenswerten handelt es sich um iranische Finanzreserven, die wegen der Sanktionen im Ausland blockiert sind.

Nach Angaben Baghaeis tauschen Teheran und Washington weiterhin Nachrichten aus. Iran warte nun allerdings auf eine Antwort der USA, die jetzt am Zug seien.

Mit den Wahlen am Dienstag entfällt für Trump das wichtigste politische Hemmnis. Sollten die Gespräche in Doha keinen Durchbruch bringen, droht ein weiterer Angriff auf Iran.

Katars Bemühungen, eine erneute Eskalation zu verhindern, haben zu einem Rückgang des Ölpreises um mehr als zwei Prozent geführt. Das sorgt für etwas Entlastung an den Märkten, an denen die Inflationssorgen weiter zunehmen.

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