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Iran ist bereit, die Straße von Hormus wieder freizugeben, wenn die USA den militärischen Druck auf das Land verringern. Das Angebot könnte die Energiemärkte und damit auch die Finanzmärkte deutlich entlasten. Zugleich hat Teheran selbst ein großes Interesse daran.
Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter sagte der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News heute, die Meerenge könne binnen sieben Tagen wieder geöffnet werden. Voraussetzung sei allerdings, dass Washington erste Schritte zur Beendigung der Blockade iranischer Häfen und zur Einstellung militärischer Aktionen rund um die Straße von Hormus einleite.
Nach Angaben des Regierungsvertreters wurde der Vorschlag bereits über Vermittler an Washington übermittelt. Oberster Führer Mojtaba Khamenei und der Hohe Nationale Sicherheitsrat, Irans wichtigstes Sicherheitsgremium, sollen ihn gebilligt haben. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu konnte die Aussagen nicht unabhängig bestätigen.
Es gebe die Möglichkeit, sich auf eine Einigung zuzubewegen, sagte der Regierungsvertreter. Washington müsse dafür jedoch Ernsthaftigkeit und Verlässlichkeit zeigen. Ein Treffen zwischen dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian und US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Vollversammlung in New York in dieser Woche schloss er aus.
Brent-Öl, eine wichtige globale Referenz für Rohölpreise, ist heute um knapp 1 Prozent gefallen. Der Rückgang kommt zu einem deutlichen Minus hinzu: Seit dem Hoch vom 11. September ist der Preis bereits um rund 10 Prozent gesunken.

Der Hauptgrund ist, dass die Sorge vor akuten Engpässen nachlässt. Saudi-Arabien setzt eine Pipeline instand, über die das Land die Straße von Hormus umgehen kann. Zudem passieren mehr Tanker die Meerenge als befürchtet.
Von billigem Öl kann dennoch keine Rede sein. Ein Barrel Brent, die europäische Referenzsorte für Rohöl, kostet weiterhin rund 100 Dollar.
Die Auswirkungen auf die Kerninflation, also die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel, bleiben bislang jedoch vergleichsweise begrenzt. Fällt der Ölpreis weiter, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass höhere Energiekosten doch noch auf andere Bereiche der Wirtschaft durchschlagen.
Ganz so großzügig ist das Angebot allerdings nicht, wie es auf den ersten Blick wirkt.
Die amerikanische Blockade iranischer Häfen trifft die Ölexporte, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Je länger die Häfen geschlossen bleiben, desto stärker versiegen Teherans Einnahmen. Das Ziel: Iran wirtschaftlich so stark unter Druck zu setzen, dass das Land nachgibt.
Hinzu kommt, dass unklar ist, ob Iran seinerseits Zugeständnisse macht. Mohsen Rezaei, Sekretär des Sicherheitsrats, hatte am Samstag noch sieben Bedingungen genannt, darunter die Aufhebung der Blockade und die Freigabe eingefrorener iranischer Guthaben. Ob das neue Angebot davon abrückt, sagte der Regierungsvertreter nicht.
Donald Trump sagte vergangene Woche noch, er stehe vor einer „großen Entscheidung“ über neue Angriffe. Zugleich trifft er sich in dieser Woche in New York mit den Staats- und Regierungschefs von sechs Golfstaaten.
Derweil läuft die Zeit. Der Sicherheitsrat beschloss am 16. August, dass Iran sich die Option offenhält, amerikanische Truppen erneut anzugreifen, falls die Blockade nicht binnen 45 Tagen aufgehoben wird. Diese Frist endet um den 30. September, also in acht Tagen.
Der Zeitplan lässt kaum Spielraum: Wenn Washington heute einen Schritt macht, könnte es bis zum 29. September dauern, bis die Meerenge geöffnet wird. Das wäre einen Tag vor Ablauf der Frist.
Der Konflikt zwischen den USA und Iran begann Ende Februar mit amerikanischen und israelischen Angriffen. Eine im Juni geschlossene Absichtserklärung scheiterte kurz darauf.
Danach führten die USA die Blockade wieder ein, Iran schloss die Straße von Hormus. Der Schiffsverkehr liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem Krieg. In dieser Woche wird sich in New York zeigen, ob die Vermittler das Angebot weiter voranbringen können.
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