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Die europäischen Börsen stehen wegen zunehmender geopolitischer Spannungen und Sorgen über die Weltwirtschaft erneut unter Druck. Dennoch sieht das Analysehaus Morningstar weiterhin attraktive Chancen für langfristig orientierte Anleger. Nach Einschätzung der Analysten sind vor allem Verteidigung, Software und Gesundheitswesen interessant, während der Energiesektor weniger attraktiv wirkt.
Die jüngsten Kursrückgänge haben die Stimmung zwar eingetrübt, doch Morningstar betont, dass die größten Chancen häufig dann entstehen, wenn Anleger vorsichtiger werden. Dem Analysehaus zufolge sind mehrere europäische Qualitätsunternehmen weiterhin attraktiv bewertet.
Die wieder aufgeflammten Spannungen im Nahen Osten und der anhaltende Krieg in der Ukraine halten das Thema Verteidigung weit oben auf der politischen Agenda. Dennoch hat die Begeisterung der Anleger in den vergangenen Quartalen nachgelassen. Während zuvor viel Kapital in Verteidigungsaktien floss, verzeichneten spezialisierte Fonds in zwei der vergangenen drei Quartale mehr Abflüsse als Zuflüsse.
Nach Einschätzung von Morningstar liegt das daran, dass Anleger daran zweifeln, ob die Regierungen ihre angekündigten Erhöhungen der Verteidigungshaushalte tatsächlich umsetzen. Die Nato-Staaten haben vereinbart, ihre Verteidigungsausgaben bis spätestens 2035 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Viele Länder sind von diesem Ziel jedoch noch weit entfernt.
Die Analysten rechnen dennoch damit, dass die Verteidigungsausgaben in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Vor allem Länder wie Deutschland müssten nach Einschätzung von Morningstar zusätzlich investieren, um Bestände wieder aufzufüllen, die durch die militärische Unterstützung der Ukraine abgebaut wurden.
Innerhalb des Sektors nennt das Analysehaus unter
Der Energiesektor profitierte zuletzt vom steigenden Ölpreis, der durch neue Spannungen im Nahen Osten angetrieben wurde.
Morningstar rechnet jedoch nicht damit, dass die höheren Ölpreise dauerhaft Bestand haben. Nach Einschätzung der Analysten können andere ölfördernde Länder mögliche Angebotsausfälle weitgehend ausgleichen, sodass der Markt in den kommenden Monaten wieder besser ins Gleichgewicht kommen dürfte.
Aus diesem Grund sieht das Analysehaus derzeit bei europäischen Energieaktien weniger Aufwärtspotenzial als in anderen Sektoren.
Auch das Gesundheitswesen zählt Morningstar zu den attraktivsten Sektoren. Pharmaunternehmen blieben zuletzt zurück, weil Anleger strengere Regulierung, auslaufende Patente und mögliche US-Importzölle fürchteten.
Nach Einschätzung der Analysten sind viele dieser Risiken inzwischen besser eingepreist. Zudem erwarten sie, dass neue Medikamente den Umsatzrückgang durch auslaufende Patente weitgehend ausgleichen können.
Auch Softwareunternehmen bieten Morningstar zufolge Chancen. Der rasante Aufstieg künstlicher Intelligenz hatte zuvor Unsicherheit über die Nachfrage nach Software und IT-Dienstleistungen ausgelöst. Zwar hat sich das Wachstum vorübergehend abgeschwächt, doch die Analysten gehen davon aus, dass Unternehmen ihre IT-Investitionen vor allem wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit verschoben haben und nicht, weil die Nachfrage strukturell nachlässt.
Morningstar sieht deshalb weiterhin attraktive Bewertungen bei Unternehmen wie SAP, Thomson Reuters, RELX und Roche. Auch Novo Nordisk zählt dem Analysehaus zufolge zu den europäischen Aktien, die auf Basis der aktuellen Bewertung für Anleger interessant bleiben.
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