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Swift macht einen wichtigen Schritt in Richtung Blockchain-Zahlungen für Banken. Der Schweizer Infrastrukturanbieter Taurus hat seine Technologie an das neue Blockchain-Ledger von Swift angebunden. Damit können Banken künftig rund um die Uhr internationale Zahlungen mit digitalem Bankgeld abwickeln.

Die Entwicklung nimmt Tempo auf. Taurus rechnet damit, innerhalb weniger Tage die ersten Banken anzuschließen. Die ersten realen Transaktionen sollen anschließend binnen weniger Wochen folgen.

Bankgeld soll künftig rund um die Uhr verschickt werden können

Im Mittelpunkt steht sogenanntes tokenisiertes Bankgeld. Dabei erhält Geld, das Kunden bei einer Bank halten, eine digitale Abbildung auf der Blockchain. Das Geld selbst verbleibt weiterhin bei der Bank.

Banken können diese digitale Version anschließend nutzen, um untereinander Zahlungen über das Ledger von Swift abzuwickeln. Der Vorteil: Diese Transaktionen sind nicht an die klassischen Betriebszeiten der Finanzsysteme gebunden.

Vor allem bei internationalen Zahlungen kann das einen erheblichen Unterschied machen. Geld, das in ein anderes Land überwiesen wird, läuft heute häufig über mehrere Banken und Zahlungssysteme. Das kann zu Verzögerungen führen, insbesondere außerhalb der Geschäftszeiten oder am Wochenende.

Taurus erleichtert Banken den Zugang zu der neuen Infrastruktur. Über die Technologie des Unternehmens erhalten sie unter anderem Zugriff auf digitale Wallets, Tokenisierung und die Smart Contracts von Swift.

Banken müssen ihre bestehenden Systeme nicht ersetzen

Entscheidend ist, dass Swift den bestehenden Zahlungsverkehr nicht vollständig ablösen will. Banken müssen ihre Infrastruktur also nicht auf einen Schlag umbauen.

Die Blockchain wird als zusätzliche Ebene ergänzt. Banken können Zahlungen über das gemeinsame Ledger koordinieren, während das zugrunde liegende Geld weiterhin in ihrer eigenen Bilanz verbleibt. Auch die endgültige Abwicklung kann weiterhin über bestehende Zahlungssysteme erfolgen.

Damit wird der Einstieg in die Blockchain für traditionelle Banken deutlich niedriger. Sie können die neue Technologie nutzen, ohne sich von Systemen zu verabschieden, auf die sie bereits vertrauen.

Die mögliche Tragweite ist erheblich. Swift verbindet mehr als 11.500 Finanzinstitute und Unternehmen in über 200 Märkten.

Siebzehn Banken testen neue Swift-Technologie

Die Technologie ist inzwischen mehr als nur ein Konzept. Siebzehn Banken testen als Erste Transaktionen mit tokenisierten Bankeinlagen und prüfen, wie diese für Zahlungen und andere Finanzdienstleistungen genutzt werden können.

Swift kündigte das Blockchain-Ledger 2025 an und entwickelte es gemeinsam mit mehr als vierzig Finanzinstituten. Innerhalb von neun Monaten entwickelte sich das Projekt nach Angaben von Swift von einem Konzept zu einem funktionsfähigen System.

Mit der Anbindung von Taurus rückt der tatsächliche Einsatz durch Banken nun näher. Die ersten Kunden werden innerhalb weniger Tage erwartet, die ersten Transaktionen sollen binnen weniger Wochen folgen.

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