Das Suchvolumen nach „Bitcoin going to zero“ ist weltweit auf den höchsten Stand seit 2022 gestiegen. Dies geschieht, während der Bitcoin-Kurs stark von seinem Rekord zurückgefallen ist und das Marktsentiment in extreme Angst umschlägt.
Bemerkenswert ist, dass große Akteure weiterhin kaufen, obwohl die Unruhe in der Weltwirtschaft laut einigen Indikatoren auf ein Rekordniveau steigt.
„Bitcoin auf null“ wieder im Fokus der Anleger
Laut Google Trends suchen Menschen in den letzten Tagen auffallend häufig nach „Bitcoin going to zero“. Ein vergleichbarer Anstieg war zuletzt während der Panik nach dem FTX-Crash im November 2022 zu beobachten, als viele Händler befürchteten, dass das Vertrauen in Krypto dauerhaft beschädigt worden sei.

Die neue Welle von Suchanfragen fällt mit einem deutlichen Rückgang des Bitcoin-Kurses zusammen. Bitcoin (BTC) ist von einem Rekordstand von rund 126.000 Dollar auf etwa 65.800 Dollar gefallen. Damit liegt der Kurs fast fünfzig Prozent unter dem Höchststand. Auch der Bitcoin Fear and Greed Index rutschte in Richtung extreme Angst, mit einem Tiefstand um die 5. Solche Niveaus waren zuvor während der Terra-Krise und erneut in der Nachwirkung des FTX-Ereignisses zu beobachten.
Angst kommt diesmal vor allem von außerhalb des Kryptomarktes
2022 resultierte die Panik vor allem aus Problemen innerhalb der Branche selbst, wie dem Zusammenbruch von Kreditgebern und dem Ausfall einer großen Börse. Diesmal scheint die Angst stärker mit makroökonomischen Sorgen verbunden zu sein, die zusätzlich von einer kleinen Gruppe extrem pessimistischer Stimmen angeheizt werden.
Ein oft genannter Name in diesem Zusammenhang ist Bloomberg-Analyst Mike McGlone. Er warnte in den letzten Wochen wiederholt vor einem Szenario, in dem Bitcoin auf 10.000 Dollar fällt, verbunden mit einem breiteren Stress auf den Finanzmärkten. Laut der Analyseplattform Perception führt diese Medienaufmerksamkeit zu einem Schneeballeffekt: Je häufiger das Narrativ wiederholt wird, desto mehr Privatanleger suchen danach.
Institutionelle Käufer agieren entgegengesetzt
Gleichzeitig gibt es eine auffällige Kluft zwischen dem, was Privatpersonen empfinden, und dem, was professionelle Akteure tun. Perception betont, dass das Mediensentiment bereits früher einen Boden gebildet hat und sich in den letzten Wochen leicht erholt, während der Google-Suchtrend jetzt erst seinen Höhepunkt erreicht. Ihre Erklärung: Die Angst des breiten Publikums hinkt dem professionellen Narrativ oft zehn bis vierzehn Tage hinterher.
Zudem akkumulieren institutionelle Käufer weiterhin. Perception weist auf zunehmende Positionen in Bitcoin-ETFs durch große Akteure hin, darunter Fonds aus Abu Dhabi, sowie auf Unternehmen wie Strategy, die BTC weiterhin zukaufen. Das steht in starkem Kontrast zu der steigenden Anzahl an Suchanfragen, die darauf hindeuten, dass Menschen eine totale Implosion fürchten.
Auch das Timing spielt eine Rolle. Die globale Unsicherheit über Wirtschaft und Geopolitik erreicht laut dem World Uncertainty Index der St. Louis Fed das höchste Niveau in der Reihe. Unternehmen verschieben in solchen Zeiten häufiger Investitionen und neue Einstellungen, was die Angst vor rückläufigem Wachstum nährt.

In den letzten Monaten gab es zudem eine zusätzliche Schicht an Unruhe rund um Quantencomputer und mögliche Risiken für die Kryptografie. Perception sieht das vor allem als Verstärker: „Bitcoin quantum“ wird vor allem während Kursrückgängen häufiger gesucht, nicht als eigenständige Ursache. In Kombination mit einem starken Rückgang und makroökonomischer Angst kann dies jedoch zusätzlichen Treibstoff ins Feuer gießen.
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