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Strategy hat das profitabelste Quartal seiner Geschichte abgeschlossen. Das verdankt das Unternehmen nahezu vollständig der Erholung von Bitcoin (BTC). Allerdings beruht der gestern Abend gemeldete Rekordgewinn vor allem auf Buchgewinnen.
Unterdessen dürfte Strategy bald wieder auf das Finanzierungsinstrument zurückgreifen können, mit dem das Unternehmen seine Bitcoin-Käufe finanziert.
Strategy, das börsennotierte Unternehmen mit den größten Bitcoin-Beständen, erzielte im dritten Quartal ein operatives Ergebnis von 20,91 Milliarden Dollar – so viel wie nie zuvor. Der Nettogewinn stieg auf 19,53 Milliarden Dollar, nach 2,79 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.
Der Gewinn geht nahezu vollständig auf die enormen Bitcoin-Bestände zurück. Strategy bewertet seine 848.517 Bitcoin jedes Quartal zum aktuellen Kurs. Jeder Kursanstieg schlägt sich damit als Gewinn nieder. Innerhalb von drei Monaten verteuerte sich Bitcoin um 25.000 Dollar von 58.500 auf 83.500 Dollar.
Entsprechend hängt das Ergebnis von Strategy vom Bitcoin-Kurs ab. Ein Quartal zuvor hatte das Unternehmen noch einen operativen Verlust von 8,3 Milliarden Dollar ausgewiesen. Ende Juni hatte Bitcoin bei rund 58.700 Dollar notiert.
Das war bereits das dritte Verlustquartal in Folge. Zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 musste Strategy angesichts des starken Kursverfalls mehr als 40 Milliarden Dollar auf seine Bitcoin-Bestände abschreiben.

Die Erholung von Bitcoin kehrte diese Entwicklung innerhalb eines Quartals um. Der Rekordgewinn gleicht etwa die Hälfte der vorherigen Abschreibungen aus.
Der Umsatz der Softwaresparte sank dagegen um drei Prozent auf 125,4 Millionen Dollar. Damit ist der Gewinn rund 156-mal so hoch wie der Umsatz.
Bei näherem Hinsehen fällt die Bilanz allerdings weniger erfreulich aus. Zwar hält Strategy in diesem Jahr 26 Prozent mehr Bitcoin, hat zugleich aber zahlreiche neue Aktien ausgegeben. Der größere Bestand verteilt sich dadurch auf noch mehr Anteile. Auf jede Aktie entfallen deshalb inzwischen 3,7 Prozent weniger Bitcoin als im Januar.
An der Börse geriet die Aktie des größten unternehmerischen Bitcoin-Halters unter Druck: Im nachbörslichen Handel verlor das MSTR-Papier rund 3,5 Prozent.
Verwaltungsratschef Michael Saylor stellte bei der Erläuterung der Zahlen vor Anlegern digitale Kreditinstrumente im Volumen von 10, 20 oder 30 Milliarden Dollar in Aussicht. Gemeint ist vor allem STRC, eine Vorzugsaktie, die Strategy zur Finanzierung seiner Bitcoin-Käufe ausgibt.
STRC bietet Anlegern eine variable Dividende von derzeit zwölf Prozent pro Jahr. Seit der Einführung im Juli 2025 hat Strategy damit mehr als 21 Milliarden Dollar eingesammelt und vollständig in Bitcoin investiert.
Anfang dieses Jahres geriet diese Finanzierung ins Stocken. Strategy griff zur Schuldentilgung massiv auf die für Dividendenzahlungen vorgesehene Dollarreserve zurück. Gleichzeitig brach der Bitcoin-Kurs ein.
STRC verlor fast 30 Prozent an Wert. Seitdem konzentriert sich das an der Nasdaq notierte Unternehmen ganz auf diese Vorzugsaktie. Strategy kaufte längere Zeit keine Bitcoin mehr und verkaufte sogar einen Teil seiner Bestände.
Zugleich nahm Strategy frisches Kapital auf, um die Dollarreserve deutlich aufzustocken. Sie deckt inzwischen Dividenden- und Zinszahlungen für 3,4 Jahre ab. Das soll Anlegern Sicherheit geben, dass genügend liquide Mittel zur Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen vorhanden sind.
Zudem kaufte das Unternehmen STRC-Aktien für mehr als zwei Milliarden Dollar zurück. Das stützt den Kurs und senkt zugleich die Dividendenlast. Nach Einschätzung des Unternehmens ist STRC damit wieder stabil aufgestellt.
Die Maßnahmen scheinen zu wirken: Gestern erreichte STRC 99,99 Dollar und lag damit nur noch einen Cent unter der entscheidenden Marke von 100 Dollar. Anschließend gab der Kurs allerdings wieder nach. Der historische Krypto-Diebstahl bei Binance hat unter Kryptoanlegern erhebliche Ängste ausgelöst.

Nach Saylors Einschätzung steht der Markt erst am Anfang einer neuen Hausse. Als Gründe nannte der Verwaltungsratschef die zunehmende Offenheit der Banken gegenüber Bitcoin, dessen wachsenden Marktanteil unter den digitalen Vermögenswerten und die zurückgekehrte institutionelle Nachfrage. Zudem liege der Bitcoin-Kurs 21 Prozent über seinem 200-Wochen-Durchschnitt.
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