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Die Shell-Aktie legt heute kräftig zu. Der Ölkonzern hat seinen Quartalsgewinn infolge des Krieges im Nahen Osten verdoppelt und stützt damit den gesamten AEX. An den Börsen in Asien und den USA sorgen dagegen Zweifel am KI-Geschäft für deutliche Verluste.
Die Shell-Aktie notiert gegen Mittag 3,21 Prozent im Plus und führt damit die Gewinnerliste im AEX an. Der Leitindex der Amsterdamer Börse steigt um 0,61 Prozent auf gut 1.142 Punkte.

Der Chipausrüster ASML, das Schwergewicht im Index, bremst den Anstieg mit einem Kursverlust von 0,36 Prozent etwas.
Adyen erholt sich dagegen um 2,52 Prozent. Damit ist allerdings nur ein kleiner Teil der Verluste aufgeholt: Die Aktie des Zahlungsdienstleisters war gestern um mehr als 13 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen seine Prognose für die operative Gewinnmarge im laufenden Jahr von 55 auf 50 Prozent gesenkt hatte.
Shell erzielte im dritten Quartal einen bereinigten Gewinn von 10,8 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 9,7 Milliarden Euro. Das ist doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum und mehr als die von Analysten erwarteten 10,3 Milliarden Dollar.
Ausschlaggebend waren die Raffineriemargen, die bei Shell auf ein Rekordniveau stiegen. Sie bemessen sich an der Differenz zwischen den Einkaufskosten für Rohöl und den Erlösen aus Produkten wie Diesel oder Kerosin.
Wegen des Krieges bleibt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt. Zudem sind Raffinerien in der Region beschädigt. Dadurch gelangt weniger Kraftstoff auf den Markt, während die Nachfrage stabil bleibt. Die Aktionäre werden über eine höhere Dividende am gestiegenen Gewinn beteiligt.
Die Kursgewinne in Amsterdam fallen umso stärker auf, da an anderen Börsen Verluste überwiegen. Die Aktie der Google-Mutter Alphabet brach gestern Abend im nachbörslichen US-Handel um rund 10 Prozent ein.
Der Umsatz blieb leicht hinter den Erwartungen zurück. Zugleich verlangsamt sich das Wachstum bei Suchanzeigen, dem Kerngeschäft von Google. Anleger verlangen belastbare Belege dafür, dass die milliardenschweren KI-Investitionen zu höheren Gewinnen führen. Auch starke Zahlen aus dem Cloudgeschäft von Microsoft konnten deshalb Verluste an der Technologiebörse Nasdaq nicht verhindern.
Auch die Börse in Seoul verzeichnete Verluste. Der Kospi-Index, in dem Hersteller von KI-Chips stark gewichtet sind, verlor nach kräftigen Gewinnen am Vortag 2,2 Prozent.
Samsung Electronics büßte 5,4 Prozent ein. Der Chiphersteller erzielte dank der KI-Nachfrage einen kräftigen Gewinnanstieg. Die Pläne zur Beteiligung der Aktionäre am Unternehmenserfolg enttäuschten jedoch.
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