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Samsung profitiert kräftig von der weltweiten Nachfrage nach KI-Chips. An der Börse ist davon am Donnerstag allerdings wenig zu spüren. Die Aktie verlor nach Vorlage der Quartalszahlen rund vier Prozent.
Die Anleger hatten mehr erwartet. Vor allem enttäuscht sie, dass Samsung vorerst offenlässt, ob es zusätzliche Ausschüttungen an die Aktionäre geben wird.
Samsung will in diesem Jahr deutlich mehr in die Chipproduktion investieren. Dafür stellt der südkoreanische Technologiekonzern 84,4 Billionen Won bereit, umgerechnet rund 63 Milliarden Dollar. Das sind gut 60 Prozent mehr als im Vorjahr.
Mit dem Ausbau will Samsung seinen Anteil am schnell wachsenden Markt für KI-Chips vergrößern. Dort konkurriert der Konzern unter anderem mit SK Hynix und dem US-Unternehmen Micron.
Die Nachfrage nach leistungsfähigen Speicherchips ist derzeit enorm. Samsungs Produktion für 2027 ist bereits ausverkauft. Zudem hat der Konzern inzwischen zehn langfristige Lieferverträge mit Großkunden abgeschlossen.
Das Geschäft ist für Samsung hochprofitabel. Der operative Gewinn der Chipsparte lag im vergangenen Quartal beim Fünfzehnfachen des Vorjahreswerts. Dennoch blieb das Ergebnis rund zwei Prozent hinter den Analystenerwartungen zurück. Auch der Nettogewinn des Gesamtkonzerns fiel schwächer aus als erwartet.
Auch im Vergleich mit dem Konkurrenten SK Hynix fallen die Zahlen weniger überzeugend aus. Dieser hatte einen Tag zuvor überraschend starke Ergebnisse vorgelegt und die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.
Die Anleger hatten nicht nur auf bessere Zahlen gehofft, sondern auch auf eine zusätzliche Dividende oder Aktienrückkäufe. Samsung ließ dies am Donnerstag jedoch offen. Erst im Januar will der Konzern neue Pläne vorlegen.
Für die Aktionäre ist das eine Enttäuschung. Konkurrent SK Hynix hatte einen Tag zuvor neue Ausschüttungen von rund 45 Milliarden Dollar angekündigt.
Samsung hatte bereits im August mitgeteilt, in diesem Jahr möglicherweise bis zu 79 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückzugeben. Wie viel davon tatsächlich ausgeschüttet wird und welcher Teil des Gewinns in den weiteren Ausbau fließt, ist noch unklar.
Nach Einschätzung von Josh Gilbert, Analyst bei eToro, wird der Januar deshalb ein wichtiger Termin. Samsung plant in diesem Jahr Investitionen von 63 Milliarden Dollar, gut 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anleger wollen wissen, wie viel daneben für Dividenden und Aktienrückkäufe übrig bleibt.
Samsung ist nicht der einzige Technologiekonzern unter Druck. Am Mittwochabend verlor die Aktie der Google-Mutter Alphabet nach enttäuschenden Quartalszahlen fast elf Prozent. Anleger bezweifeln zunehmend, dass sich die enormen Investitionen in KI ausreichend rentieren.
Für Samsung liegt die Herausforderung vor allem bei Hochleistungsspeicherchips, die unter anderem in den KI-Systemen von Nvidia zum Einsatz kommen. Der Absatz der neuesten HBM4-Chips hat sich im vergangenen Quartal verdreifacht. In der ersten Hälfte des Jahres 2027 will Samsung auch mit der Massenproduktion der nächsten Generation beginnen.
Dennoch bleibt Konkurrent SK Hynix einen Schritt voraus. Samsungs Hochleistungsspeicherchips sind bis einschließlich 2027 ausverkauft, während SK Hynix bereits bis einschließlich 2029 ausgebucht ist. Nach Einschätzung von SK Hynix wird der weltweite Chipmangel mindestens bis 2030 anhalten.
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