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Der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix hat Anleger mit einem massiven Gewinnanstieg und geplanten Ausschüttungen in zweistelliger Milliardenhöhe überrascht. Das Unternehmen profitiert stark von der weltweiten Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz.
Die Ergebnisse sorgten am Mittwoch für kräftige Kursanstiege an den asiatischen Börsen. Nach Einschätzung von SK Hynix bleibt die Nachfrage nach Speicherchips vorerst so hoch, dass die Engpässe noch jahrelang anhalten könnten.
SK Hynix, nach Samsung der weltweit größte Hersteller von Speicherchips, hat ein außergewöhnlich starkes Quartal verzeichnet. Der operative Gewinn stieg auf 83,3 Billionen südkoreanische Won, umgerechnet rund 62,5 Milliarden Dollar.
Damit fiel der Gewinn etwa siebenmal so hoch aus wie ein Jahr zuvor. Zudem übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten um gut sieben Prozent.
Die starken Ergebnisse sind vor allem auf die enorme Nachfrage nach Speicherchips für KI zurückzuführen. Unternehmen wie Nvidia benötigen diese Chips für den Betrieb ihrer leistungsfähigen KI-Prozessoren. Gleichzeitig errichten große Technologiekonzerne weltweit neue Rechenzentren, um den wachsenden Bedarf an künstlicher Intelligenz zu decken.
Nach Angaben von SK Hynix ist die Nachfrage inzwischen so groß, dass die Produktion kaum Schritt halten kann. Die verfügbaren Kapazitäten sowohl für herkömmliche Speicherchips als auch für hochentwickelte KI-Speicher sind bereits bis einschließlich 2029 ausverkauft.
Auch danach erwartet der Hersteller kaum Entspannung. Das Unternehmen geht davon aus, dass bei wichtigen Speicherchips mindestens bis 2030 Engpässe bestehen bleiben.
Um die Nachfrage zu bedienen, will SK Hynix in den kommenden Jahren massiv in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten investieren.
Die Quartalszahlen stießen bei Anlegern unmittelbar auf Begeisterung. Die Aktie von SK Hynix legte am Mittwoch an der Börse in Seoul um mehr als 10 Prozent zu. Auch Konkurrent Samsung profitierte und gewann gut 9 Prozent.
Der Optimismus erfasste weitere Börsen in Asien. Auch die Aktien des japanischen Speicherherstellers Kioxia und des chinesischen Chipproduzenten SMIC legten zu.
Die kräftigen Kursanstiege fallen in eine Zeit, in der Anleger die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz zunehmend kritisch hinterfragen. Für Unsicherheit sorgt vor allem die Frage, wann sich diese Ausgaben tatsächlich in Gewinnen niederschlagen.
SK Hynix zeigt, dass sich mit dem KI-Boom bereits heute viel Geld verdienen lässt. Der Gewinn hat sich binnen eines Jahres versiebenfacht. Zugleich ist die Nachfrage nach Speicherchips so groß, dass die verfügbaren Produktionskapazitäten bis einschließlich 2029 bereits ausverkauft sind.
Hinzu kommt, dass die anhaltenden Engpässe die Preise für Speicherchips in die Höhe treiben. Dadurch können die Hersteller mit ihren Produkten mehr verdienen und ihre Gewinnmargen weiter steigern.
Nach einer Analyse von Macquarie entfallen inzwischen rund ein Drittel der Kosten von KI-Rechenzentren auf Speicher. Dieser Anteil könnte in den kommenden Jahren weiter steigen. Die Bank erwartet sogar, dass sich die Preise für hochentwickelte KI-Speicher 2027 mehr als verdoppeln.
Neben den starken Gewinnzahlen legte SK Hynix eine weitere bedeutende Ankündigung vor: Im verbleibenden Geschäftsjahr will das Unternehmen rund 45 Milliarden Dollar an seine Aktionäre zurückgeben.
Dies soll über Dividenden und Aktienrückkäufe erfolgen. Die neuen Pläne kommen zu einer bereits angekündigten Ausschüttung von rund 30 Milliarden Dollar hinzu. Insgesamt geht es damit um etwa 75 Milliarden Dollar.
Für Anleger ist die Ankündigung von großer Bedeutung. In den vergangenen Monaten wuchsen nicht nur die Zweifel daran, ob das KI-Wachstum dauerhaft anhält. Zunehmend stellte sich auch die Frage, wie viel von den enormen Gewinnen tatsächlich bei den Aktionären ankommt.
SK Hynix will diese Bedenken ausräumen, indem das Unternehmen zugleich in weiteres Wachstum investiert und hohe Beträge ausschüttet.
Die starken Zahlen von SK Hynix kommen zudem kurz vor der Vorlage der Quartalsergebnisse von Samsung. Diese dürften mehr Klarheit darüber schaffen, ob sich das außergewöhnlich starke Wachstum auch bei anderen großen Speicherherstellern fortsetzt.
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